www.hebbelkicker.de WM-Tippspiel AKTUELL
Tabelle und Kommentare
Teilnahme-Info Teilnahme-
Formulare

 

Zwischenstand im Tippspiel

nach 96 von 104 Spielen

Stand vom 08.07. 08:00h   -   Nächste Aktualisierung: 09.07. ca. 23:59h
                                                                                (bei Verlängerung: 10.07. ca. 08:30h)

Platz           Name          Punkte
 
1
2
3
4

6
7
8

10
11
12
13
14

16


19

21
22
23
24
25



29




34
35

37





43

45
46

48
49




54
55

57

59

61

63

65
66
67
68

70
71
72
73
74
75
76
77
78
Robert Spielhagen
Bernd Christoph
Tim Klages
Gregor Börner
Simon Pilates
Stefan Wetzel
Frederik Dethlefs
Chat GPT*
Inga Friedl-Schulz
Tobias Christoph
Emanuel Söding + Chat GPT*
Eric Damiba
David Wangner
Kristina Heilemann
Maurice Kusza
Claude AI*
Katja Schweckendiek
Michaela Bessmann
Klas Lackschewitz
Roland Friedl-Schulz
Georg Schwamborn
Henriette Kolling
Norbert Dregger
Martin Kordowski
Alex Schimanski
Boyke Feddersen
Tim Beneke Stobbe
Torben Struve
Bent Stobbe
Christina Kayma
Hanno Kinkel
Martin Frank
Olaf Ohms
Borko Borkowski
Diego Noguer
Sven Geletneky
Claudia Didié
Johannes Göser
Lea Friedl-Schulz
Michael Güpner
Michael Schlundt
Niklas Menke
Azzedin Ait Brahim
Jeroen Groeneveld
Kai Didié
Edgar Borkowski
Ingo Bergmann
Gerhard Kuhn
Dirk Staats
Helen Dethlefs & Nele Münker
Jan Scholten
Jörn Geletneky
Lisa Christoph
Hanno Meyer
John Reijmer
Michael Klages
Henning Bauch
Nils Stein
Dominik Hunold
Katya+Petya+Sascha Taldenkov(a)
Bernhard Diekmann
Gail Bingham
Jennifer Pilates
Ruediger Stein
Kirsten Fahl
Jan-Malte Wolfsdorf
Michel Stobbe
Ove Krüger
Sven Roth
Karen Volkmann-Lark
Marcus Gutjahr
Günter Riemenschneider
Johann Klages
Tim Bridstrup
Jörg Geldmacher (-)
Anna-Lena Stein
Mette Geletneky
Merle Techritz (-)
220
217
216
214
214
212
211
210
210
209
208
206
205
204
204
203
203
203
202
202
201
200
197
196
195
195
195
195
194
194
194
194
194
193
192
192
191
191
191
191
191
191
190
190
189
188
188
187
186
186
186
186
186
185
183
183
182
182
181
181
180
180
179
179
177
174
173
170
170
162
161
159
156
154
150
146
140
133

*Teilnahme außer Konkurrenz
(-) keine Achtel-/Viertelfinaltipps abgegeben, daher keine Wertung für die Rote Laterne








KOMMENTARE


WM-REPORT VOM 08.07.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Den Abgesang hatte ich im Kopf bereits geschrieben. Achtundsiebzig Minuten lang war Lionel Messi im Spiel Argentinien-Ägypten in keiner Weise auffällig, sieht man von einem schlecht oder unkonzentriert (oder beides) geschossenen Strafstoß ab, den der ägyptische Torwart Shobir ziemlich mühelos halten konnte, und einem Freistoß an den Außenpfosten. Ansonsten stand er oft scheinbar teilnahmslos irgendwo zwischen Mittellinie und Strafraum rum, ging mal ein paar Schritte, trabte sogar einige Meter, blieb dann wieder stehen. Wurde er mal vor dem Strafraum angespielt, verlor er bei Dribblingversuchen regelmäßig den Ball gegen die zwei Verteidiger, die sich ihm entgegen stellten. Messi hatte wirklich null Einfluss auf das Spiel der Argentinier, die sich die Aufgabe offenbar leichter vorgestellt hatten. Schon in der 1. Hälfte war der Titelverteidiger recht früh in Rückstand geraten, doch das wirkte noch wie ein Betriebsunfall. Im 2. Durchgang zogen die Argentinier das Tempo an, zeigten sich aber auch höchst anfällig für schnelle Konter, von den die Ägypter zwei Stück geradezu lehrbuchmäßig mit wunderbar herausgespielten Toren abschlossen. Der quasi nicht existende Messi und seine Kollegen hatten Glück, dass dem einen Konter ein Foul bei der Balleroberung an der Eckfahne in der Hälfte der Ägypter vorausgegangen war und das Tor nach VAR-Einspruch aberkannt wurde. Ägypten machte wirklich ein tolles Spiel, kämpferisch wie technisch. Langsam wurde der Druck des Titelverteidigers immer größer und die Männer vom Nil kamen kaum noch konstruktiv aus der eigenen Hälfte heraus. Aber was soll's, es war nicht mal mehr eine Viertelstunde zu spielen, es stand 2:0 für Ägypten und von Messi war nix zu sehen. Tja, aber eben nur bis zur 79. Minute, da flankte er von rechts in den Strafraum und Romero verwandelte sicher per Kopfball. Und vier Minuten später besorgte der Meister den Ausgleich höchstpersönlich, per Dropkick aus 8 Metern Torentfernung. Damit war die Messi gelesen und den Ägyptern mental der Zahn der Hoffnung gezogen; es war nur folgerichtig, dass Fernandez nach einem Konter in der 92. Minute sogar noch der Siegtreffer für Argentinien gelang. In diesem Spiel war alles drin und am Ende gewann doch wieder mal der Favorit - mühsam, aber eben mit Messi.

Das letzte Achtelfinalspiel zwischen der Schweiz und Kolumbien erfüllte dann alle meine Erwart... - nein, eher Befürchtungen. Schon gestern hatte ich geschrieben, das Spiel möge doch bitte nicht in die Verlängerung gehen. Ging es aber, leider... Ich habe mir den Spaß gegönnt, die Begegnung per VPN im Schweizer Fernsehen zu verfolgen. Schon nach einer Viertelstunde erkannte der SRF-Reporter Sascha Ruefer: "Da ist nicht viel Tempo im Spiel, es hat etwa die Dynamik eines Bildschirmschoners". Und es wurde leider nicht besser. Beide Mannschaften setzten auf defensive Stabilität und weniger auf Angriffsfußball. Hinzu kam die fehlende Präzision der Eidgenossen bei Flanken, die eben leider nicht die Genauigkeit eines Schweizer Uhrwerks hatten. Doch die Kolumbianer machten es nicht viel besser. Es gab viele Zweikämpfe, einige Nickligkeiten und persönliche Dispute, aber nur sehr wenig schön Anzusehendes. Normalerweise helfen dann Ecken und Freistöße, aber auch hier hatte der SRF-Reporter leider Recht: "Es ist trostlos, was die Schweizer zustande bringen mit Standards bei dieser WM: Schlicht nichts!". Also 0:0 nach 90 Minuten, und ich bin lieber ins Bett gegangen, weil einfach keine Besserung, sondern nur ein Elfmeterschießen in Sicht war. Tatsächlich mussten beide Torhüter aber in der Verlängerung noch mal richtig gute Chancen des Gegners vereiteln, da war offenbar mehr los als in den 90 Minuten zuvor. Trotzdem fiel die Entscheidung durch Elfmeterschießen, in dem beide Teams je einmal verschossen, aber Kobel auch einen Ball halten konnte. Die Schweiz steht im Viertelfinale bei einer WM, zum ersten Mal seit 1954. Das ist doch was. Dort finden wir sechs europäische Mannschaften plus je eine aus Südamerika und Afrika. Eine klare Dominanz der Europäer, und das obwohl sich mit Deutschland, den Niederlanden und Portugal drei vermeintliche Schwergewichte bereits früh im Turnier verabschiedet haben. Was uns das sagt? Keine Ahnung...

Im Tippspiel hatte Bernd auf Kolumbien gesetzt und damit die Spitzenposition verloren. Interessant wird es jetzt im Viertelfinale. Nur Inga, Ingo, Johannes und Hanno K. hatten in allen Achtelfinalspielen die Sieger korrekt vorhergesagt, so dass sie in den nun folgenden Viertelfinalspielen voll punkten können. Vier andere Teilnehmer*innen werden in den nächsten Tagen punktlos bleiben, sieht man einmal von den Zusatzfragen ab. So wird sich noch einiges verschieben. Am Sonntagmorgen verschicke ich die Tippscheine für die Halbfinal- und Finalspiele, aber diesmal habt Ihr gute 60 Stunden Zeit zum Nachdenken und Ausfüllen. Doch auch heute ist bereits WM-Pause: Kein Spiel, keine Punkte, zum ersten Mal seit fast vier Wochen. Der Ball rollt erst morgen abend um 22 Uhr wieder. Genug Zeit also, um Keller und Kühlschrank wieder zu füllen, denn es folgen vier hochinteressante Duelle im Viertelfinale. Die Paarungen enthalten jeweils einen deutlichen Favoriten und einen vermeintlichen Underdog, aber was die sogenannten Kleinen leisten können, haben Deutschland und Brasilien bitter erfahren müssen...

Eine sonnige WM-Pause und viel Erfolg in der nächsten Runde wünscht
Robert

P.S.: Die Liste der "Zwillinge - bei der Geburt getrennt" (weiter oben, direkt unter der Punktetabelle) wurde wieder ein wenig erweitert und verändert. Insbesondere der Zwilling von Gianni Corruptino steht seinem Bruder in Boshaftigkeit in nichts nach... Falls euch noch jemand einfällt, meldet Euch bitte!

 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


WM-REPORT VOM 07.07.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Eigentlich war das ein prima Abend. Gut eineinhalb Stunden Hebbelkick im Nieselregen - großartig! Anschließend schnell nach Hause, Duschen, was essen, ein leckeres IPA aufgemacht und dann Portugal-Spanien, ein echtes Duell von WM-Favoriten. Für Spannung war also gesorgt und zumindest in dieser Hinsicht hielt das Spiel sein Versprechen bis zum Ende. Ansonsten gab es aber zuviel Respekt vor dem Gegner bei beiden Mannschaften, als dass sich ein rasantes Fußballspiel hätte entwickeln können. 22 großartige Kicker mit allerfeinster Technik standen da auf dem Platz, aber sie neutralisierten sich dadurch auch weitestgehend, allerdings auf höchstem Niveau. Ja, Torchancen gab es auch, für beide Teams, aber nur wenige waren von allerhöchster Güte. Und gerade als man sich schon gedanklich fast in der Verlängerung befand, gab es den einen Moment von Unachtsamkeit in der Defensive der Sportugiesen, der schließlich das Spiel entschied: Ein Pass in die Gasse und ein entschlossener Schuss von Merino ins kurze Eck - das war's. Tja, und war's das auch für Ronaldo? CR7 war nie ein wesentlicher Faktor im Spiel, er hemmte die Angriffsbemühungen der Westiberer, weil sie immer wieder lieber ihren Kapitän suchten als den vielleicht besser postierten Mitspieler. So endet vermutlich (bei CR7 weiß man nie...) endgültig die WM-Karriere eines der ganz, ganz Großen. Tore geschossen bei 6 Weltmeisterschaften, das ist einzigartig in der Historie, dafür müsste selbst Messi noch 4 Jahre weiter machen. Man muss Ronaldo nicht bewundern, aber seine Leistung als außergewöhnlich anerkennen sollte man schon.

In der letzten Nacht, beim Spiel USA-Belgien, pinkelte dann Manneken Pis dem amerikanischen Präsidenten Trump direkt in den Swimming Pool des weißen Hauses. Die Affäre um die Rücknahme der Rot-Sperre für US-Stürmer Balogun, mutmaßlich initiiert durch einen Anruf von Trump bei Gianni Corruptino, schien das Ami-Team eher irritiert als gestärkt zu haben. Die Belgier schafften durch einen konzentrierten Auftritt einen überraschend hohen 4:1-Sieg und damit den Einzug ins Viertefinale. Auch wenn aus der Goldenen Generation inzwischen eine Graue Generation geworden ist, steckt darin doch noch mehr spielerische Qualität als in den meisten anderen europäischen Teams. Einige junge Talente aus der zu Recht gerühmten belgischen Fußballschule sind inzwischen auch fußballerisch erwachsen geworden - für Nachwuchs ist also gesorgt. Und am Ende kommt immer "Big Rom" Lukaku und macht sein Tor, jetzt schon im dritten Spiel in Folge. Nun geht es am Freitag gegen Spanien, um 21 Uhr deutscher Zeit. Das Aufbleiben könnte sich lohnen...

Im Tippspiel konnte Tim K. bis auf einen Punkt zur Doppelspitze aufschließen, er hatte als einziger aus dem Spitzenquintett auf Belgien gesetzt. Unten holte Mette aus zwei Spielen immerhin 6 Punkte (als Einzige ein perfekter Tipp für USA-Belgien... - Respekt!) und bemüht sich um Anschluss an Anna-Lena, die gestern nur 2 Punkte gewann. Heute geht das Achtelfinale zuende, hoffentlich schon vor Mitternacht deutscher Zeit. Eine Verlängerung bei Schweiz-Kolumbien können wir nicht ernsthaft wollen ... ;-)

Viel Spaß beim Dauerglotzen ab 18 Uhr wünscht
Robert


 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


WM-REPORT VOM 06.07.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Geht es Euch genauso? Mehr als drei Viertel aller 104 Partien bei dieser WM sind gespielt und ich weiß in manchen Momenten nicht, wo wir sind ... Ist die Gruppenphase wirklich vorbei? Sind wir jetzt noch in dieser seltsamen Zwischenrunde, genannt "Sechzehntelfinale", oder im Achtelfinale? Oder gar schon eine Runde weiter? Keine Atempause, Fußballgeschichte wird gemacht, es geht voran. Man kann aber schon mal die Orientierung verlieren...

Nur ein Spiel konnte ich am Wochenende live verfolgen, die anderen Partien habe ich nur in längeren Zusammenfassungen gesehen. Wenig versäumt habe ich offenbar am Freitagabend bei Australien-Ägypten. Die beiden Teams gehörten nicht gerade zu den Favoriten und wenn selbst eine Sturmreihe mit Omar Marmoush und Mo Salah in 120 Minuten nur ein einziges Törchen zustande bringt, kann es nicht toll gewesen sein. Am Ende noch Elfmeterschießen, nun ja. Bei manchen Spielen sollte man vielleicht schon nach 90 Minuten wieder den guten alten Münzwurf entscheiden lassen. Oder Schnick-Schnack-Schnuck.

Argentinien gegen Kap Verde bot dann nach Mitternacht (also ohne mich) weit mehr Spannung und Spektakel als die meisten erwartet hatten. Exemplarisch für die Qualität das 1:0 für Argentinien, bei dem Messi einen langen, hohen Ball rechts vor dem Strafraum mit dem linken Außenrist annimmt, als sei dies das Leichteste der Welt, und dann die Kugel unhaltbar ins kurze Eck unter die Latte nagelt. Seinen Gegenspieler hatte er ganz simpel durch geschicktes Einlaufen stehen gelassen... Etwa 117 Millionen Follower hat Messi bei Facebook, und trotzdem ist er nicht zu kriegen. Er entwischt jedem einzelnen Facebook-Follower, kommt einfach bei Instagram wieder raus und schießt den Ball ins Tor. Sensationell! Fußballtechnisch war allerdings das 2:2 durch Kap Verdes Sidny von ähnlicher Klasse. Dennoch muss der 3:2-Sieg des WM-Titelverteidigers am Ende wohl doch als verdient gelten und hätte höher ausfallen können, wenn der Torwart der Insulaner nicht so einen absoluten Sahnetag erwischt hätte.

Kolumbien und Ghana spielten dann mitten in der Nacht und wir können den Mantel der Dunkelheit und des Schweigens über die Leistung der Schwarzafrikaner decken. Kolumbien verballerte eine Chance nach der anderen oder scheiterte am guten gegnerischen Torwart. Das war's dann auch. Keine Mannschaft von südlich der Sahara unter den letzten 16 Teams. Lief schon besser...

Weiter ging es noch am gleichen Tag mit dem ... - ähhhh...???? - ach ja: Achtelfinale! Marokko hatte mit Kanada weit mehr Mühe als erwartet und hätte schon nach wenigen Minuten 0:2 hinten liegen können. Erst in der Schlussphase schossen die fußballerisch einfach besseren Nordafrikaner einen sicheren Sieg heraus. Der nächste Gegner heißt nun Frankreich. Eben diese Franzosen mühten sich gegen Paraguay ähnlich ab wie im Sechzehntelfinale die deutsche Mannschaft und man könnte geneigt sein, ob des knappen 1:0-Sieges des Favoriten durch einen verwandelten Foulelfmeter die deutsche Leistung als "vielleicht doch nicht soooo schlecht" zu relativieren. Der Unterschied ist aber, dass das französische Team eine große Zahl richtig guter Torchancen erarbeiten konnte und auch hier der gegnerische Torwart einen Sahnetag hatte. Die Paraguayer versuchten dem Favoriten sogar mit vielen mehr oder weniger gut versteckten üblen Fouls den Schneid abzukaufen - das war gegen das deutsche Team gar nicht notwendig. Die Franzosen können auch dreckige, wenig glanzvolle  Siege, das ist die wichtigste Erkenntnis aus diesem Spiel und sie könnte gegen das ehemalige Protektorat in Nordafrika noch wichtig werden.

Am späten gestrigen Abend duellierten sich mit Brasilien und Norwegen zwei scheinbar ungleiche Gegner. Doch nur wer weder die WM-Qualifikation noch die Vorrunde verfolgt hatte, rechnete hier mit einem klaren Sieg des fünffachen Weltmeisters aus Südamerka. Das "scheinbar" bedeutet halt nur "scheinbar richtig", in Wirklichkeit aber "falsch". Es entwickelte sich ein ausgeglichenes, jedoch wenig rasantes Spiel, geprägt durch großen Respekt voreinander und durch die sehr ähnliche Taktik beider Teams, die auf Angriffspressing bewusst verzichteten und auf schnelle Konter setzen wollten. Die kamen aber eher selten, die beste Chance war der (gehaltene) Elfmeter der Brasilianer nach der ersten Viertelstunde. Schließlich schienen sich die Brasilianer in der 2. Hälfte ein gewisses Übergewicht zu erarbeiten, sie kamen öfter in Situationen, in denen nur wenig beim letzten Pass oder der präzisen Vorlage fehlte. Während Superstar Vinicius jr. immer wieder mit Dribblings den Weg in den Strafraum suchte (und selten fand), blieb sein norwegisches Pendant Haaland sehr lange unauffällig. Doch dann schlug das Tormonster gut 10 Minuten vor Schluss zwei Mal gnadenlos zu, zuerst mit einem Kopfball nach schöner Flanke, bedrängt, aber nicht wirklich gestört von zwei Gegenspielern. Und dann durch einen Schuss aus etwa 15 Metern, fast aus dem Stand, präzise wie ein gut geführtes Rasiermesser. Da vergaß Carlo Ancelotti auf der brasilianischen Bank sogar das Kaugummi-Kauen. Ein von Neymar tief in der Nachspielzeit verwandelter Elfmeter hatte nur noch einen kosmetischen Effekt. Brasilien ist raus, wieder mal recht früh. Wen das nun vollkommen überrascht, der kennt sich mit der Fußballhistorie nur unzureichend aus. Seit dem O.K.-Spiel (Ouuuuu...., Kahn...) im WM-Finale 2002 (2:0 gegen Deutschland) hat Brasilien nämlich kein K.o.-Spiel mehr gegen eine europäische Mannschaft gewinnen können. Okay, das Gesetz der Serie ... - aber gegen Norwegen? Das hätte doch jetzt... Nein! Norwegen ist  tatsächlich das einzige Land der Welt, das im Männerfußball gegen Brasilien ungeschlagen ist und dabei eine positive Bilanz aufweist: 3 Siege und 2 Unentschieden in insgesamt 5 Spielen. Man hätte es also wissen können. Tja, hätte, hätte...  Tatsächlich hatte ein Viertel der Tippspiel-Teilnehmer*innen auf einen norwegischen Sieg gesetzt. Ich leider nicht... :-(

Nachts warf dann Tuchels England mit Mexiko den zweiten Gastgeber raus. Trotz der dünnen Luft in über 2200 m Höhe und einer Rot-bedingten Unterzahl in den letzten 45 Spielminuten schafften die Limies einen Sieg, der ihnen großes Selbstvertrauen geben dürfte. Der Doppelpack von Bellingham in Hälfte 1 zog dem Ko-Gastgeber erst einmal die Zähne und in der Druckphase vor der Pause reichte es für Mexiko nur zum Anschlusstreffer. Im 2. Durchgang konnte Kane per Elfmeter den alten Vorsprung wieder herstellen und trotz Überzahl schafften die Mexikaner keine zwei Tore zum Ausgleich mehr. Der Kommentar im Highlight-Clip lässt auf eine große kämpferische Leistung der Engländer unter widrigen Verhältnissen schließen - das schweißt so ein Team zusammen. Jetzt geht es im Viertelfinale gegen Norwegen, und wie man gegen das Tormonster Haaland verteidigt, sollte die englische Defensive eigentlich aus der Premier League wissen. Doch "eigentlich" ist eigentlich eine Einschränkung...

Im Tippspiel haben wir vorn wieder eine Doppelspitze, denn Bernd hatte auf Mexiko gesetzt. Aber vorn ist es extrem eng, nur 3 Punkte Abstand unter den ersten Fünf. Unten haben Jörg und Mette den Kampf um die Rote Laterne aufgegeben, die gibt es nur für jemand, der/die komplett durchgetippt hat. Beste Chancen auf die Flasche Rotkäppchen-Sekt hat also weiterhin Mette, aber bei den Weltmeister-Tipps werden ja noch ordentlich Punkte verteilt.

Auf das Iberer-Duell heute abend nach dem Hebbelkick freut sich
Robert



 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

WM-REPORT VOM 03.07.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Nagelsmann ist weg und Kloppo wird jetzt Deutschland retten. Scheitern kann das nur noch am klammen DFB und der notwendigen Kohle für die Nagelsmann-Abfindung und das fürstliche Kloppo-Gehalt. Doch zur Not muss dafür eben ein Sondervermögen aufgelegt werden, es ist ja für einen guten Zweck. Tun Sie es für die Stimmung in unserem Land! Tun Sie es für Deutschland, Herr Klingbeil! Und hoffentlich geht Märchenonkel Rudi Völler gleich mit seinem Schützling Jule mit ...

Gestern abend ging es mit dem Sechzehntelfinale weiter und wir sahen einen überzeugenden Sieg der Spanier gegen bemühtes und tapfer kämpfendes Österreich. Extremes Passtempo, messerscharfe Präzision und gnadenloses Pressing - das 3P-Prinzip der Spanier zeigte sich hier exemplarisch. Und noch etwas macht mir Hoffnung für meine doppelte Weltmeisterprognose für Spanien: Die Iberer steigern sich nach schwachem Beginn gegen Kap Verde kontinuerlich. Jetzt geht es im Achtelfinale gegen die Sportugiesen, da werden sie noch mal ne Schippe drauflegen müssen, doch das traue ich ihnen zu. Und weit vorausgeblickt könnte es im Halbfinale zum Duell mit den Franzosen kommen. Ob die ihren Power-Angriffsfußball über 7 Spiele durchziehen können? Die Sache mit der "Scheiß-Frühform" hatte ich ja schon mal erwähnt. Vielleicht ist es besser, sich kontinuerlich zu steigern. Davon könnten die Spanier am Ende profitieren...

Beim Mitternachtstreffen zwischen Portugal und Kroatien habe ich wohl tatsächlich was versäumt, das muss ein rasantes Match gewesen sein, mit vielen Torchancen, in der 2. Hälfte überlegenen Kroaten, aber einem glücklichen Sieger von der iberischen Halbinsel. Ganz großes Pech dann tief in der langen Nachspielzeit, als den Kroaten ein Tor wegen Abseitsstellung aberkannt wurde, obwohl vor dem Torschützen zuletzt ein Sportugiese am Ball war. Die Regel, nach der eine unbeabsichtigte Ballberührung das Abseits nicht aufhebt, gibt es noch nicht lange, wurde jetzt aber Modric & Co zum Verhängnis. Der kleine große alte Mann und Stratege des kroatischen Fußballs hat nun womöglich tatsächlich sein letztes WM-Spiel gemacht. Aber wer weiß, vielleicht... Sein Pendant CR7 darf noch mindestens einmal ran, aber das war es dann vielleicht auch für ihn. Warten wir es ab.

Ebenfalls im Achtelfinale stehen die Schweizer nach einem überzeugenden Sieg gegen Algerien. Da kam einfach zu wenig von den Mahgrebinern, das reichte nicht für die nächste Runde. Die Schweizer spielen einen soliden, gut organisierten Fußball, da agiert ein Kollektiv ohne Superstars, ausgeglichen besetzt und kämpferisch stark. Gegen Kolumbien oder Ghana könnte das sogar für einen Einzug ins Viertelfinale reichen.

Im Tippspiel ist Bernd um 4 Punkte davon gezogen und hat als erster in der bis 1992 zurückreichenden Tippspiel-Historie die 200 Punkte-Schallmauer geknackt. Soooo schwer war das allerdings nicht, bei inzwischen 85 gelaufenen Partien. Tim konnte sich auf Platz 2 vorarbeiten, aber es bleibt im Verfolgerfeld weiter sehr eng, bis Platz 8 sind es nur 6 Punkte. Und ab der nächsten Woche gelten die verschärften Regeln: Aus den Achtelfinaltipps ergeben sich die Viertelfinals, und die müssen auch gleich noch getippt werden. Wer also im Achtelfinale mit dem Tipp daneben liegt, für den kommt mindestens eine getippte Viertelfinalpartie gar nicht zustande und ergo kann es dafür auch keine Punkte geben. So sind die Regeln... Bitte denkt morgen (Samstag) daran, rechtzeitig Eure Tippscheine bis 19:00h MESZ zurück zu senden, gern schon bis zum frühen Nachmittag! Die Punkteauswertung nach den ersten beiden Viertelfinalpartien kann sich evtl. bis Sonntagmittag hinziehen, da ich die Achtelfinaltipps erst ins Auswertungs-Spreadsheet einbauen muss, am Samstagabend aus Gründen aber nicht dazu kommen werde.

Viel Spaß und ein glückliches Händchen beim Tippen wünscht
Robert

 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


WM-REPORT VOM 02.07.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Die Endrunde ist in vollem Gange, diese WM nimmt endlich Fahrt auf! Das funktioniert ganz gut auch ohne das deutsche Team, denn in Wirklichkeit wollen wir doch Spiele sehen, in denen Fußball mit Tempo, Leidenschaft und guter Technik gespielt wird, oder zumindest eins davon. Am Dienstag hatte ich das Spiel Brasilien-Japan ganz unterschlagen, das war nämlich ein gutes Beispiel. Die Japaner warfen alle drei Faktoren in die Waagschale und trotzdem hat es am Ende nicht gereicht. Die Brasilianer hatten eine Halbzeit lang große Mühe mit dem Gegner, stellten dann aber um und brachten ihre schnellen Leute besser in Position. So drehten sie das Spiel in den allerletzten Minuten und sind weiter dabei. Um die Japaner ist es irgendwie schade. Ich mag ihren Spielstil und Kampfgeist. Was ihnen fehlt, sind 2-3 Spieler von überragender internationaler Klasse, die auch mal durch Einzelaktionen ein Spiel entscheiden können, durch eine präzise Vorbereitung oder einen Abschluss. Aber das wird kommen, die Japaner verbessern sich seit der Heim-WM 2002 stetig und irgendwann reicht es auch mal für ein Halbfinale. Brasilien ist weiter dabei und es bleibt abzuwarten, ob aus der Wundertüte noch mehr rauszuholen ist.

Ein weitgehend offenes und recht unterhaltsames Spiel gab es auch zwischen der Elfenbeinküste und Norwegen. Die Nordmänner gewannen 2:1, aber es hätte auch umgekehrt ausgehen können, belegt durch die Statistiken: xGoals 1,5:1,9, Torschüsse 14:9, 14:3 Ecken. Am Ende gewann das Team, das seine Chancen konsequenter nutzte. So ist das halt im Fußball.

Frankreich konnte sich gegen Schweden sogar einen Chancen-Wucher leisten und gewann trotzdem auch in dieser Höhe verdient mit 3:0. Seine Sturmreihe könnte tatsächlich die beste sein, die es jemals bei einer WM gegeben hat. Und der Rest der Mannschaft ist ebenfalls aus der allerobersten Schublade. Das führt zu einer interessanten Frage bzgl. der Leistung des deutschen Teams, wobei man ruhig die ganzen letzten 12 Monate berücksichtigen darf: Welchen Spieler aus dem deutschen Aufgebot würde der französische Trainer Deschamps wohl in seine Stammelf einbauen, wenn das denn möglich wäre? Tja.... - ähhhhh.... - mir fällt kein einziger ein. Und damit ist eigentlich alles gesagt...

Doch "eigentlich" ist eigentlich eine Einschränkung. Wir können noch ein letztes Mal auf Kimmich & Co. Bezug nehmen, wenn wir feststellen, dass mit der Elfenbeinküste und Ecuador auch genau die beiden Gruppengegner nach dem Sechzehntelfinale nach Hause fliegen, mit denen die deutsche Mannschaft so große Probleme hatte. Sooooo stark können diese Gegner also nicht gewesen sein, wenn nun nach Spielen gegen Norwegen und Mexiko schon Schluss ist. Die Ecuadorianer "wollten" es auch gegen Mexiko, aber der Ko-Gastgeber dieser WM war einfach besser. Wollen allein reicht nicht, man muss halt auch können.

An dieser Erkenntnis wäre sogar das Team von England fast gescheitert. Gegen die Demokratische Republik Kongo, abgekürzt "DR Kongo", hatten die Limies große Probleme. Die DR Kongo ging nach einem Hammerschuss von Cipenga früh in Führung und zeigte richtig ansprechenden Fußball mit tollen Angriffsaktionen. Immer wieder scheiterten englische Torschussversuche an Mpasi, dem exzellenten Torwart der DR Kongo. Und man mag sich gar nicht ausmalen, was wohl passiert wäre, wenn Wissa kurz vor der Pause das 2:0 für Kongo erzielt hätte. Aber die Limies rissen sich zusammen, arbeiteten weiter, kamen zu Torchancen, und als einigen kongolesischen Spielern offenbar Kondition und Konzentration ausgingen, konnte King Kane zwei Mal zuschlagen. Keine Glanzleistung der Engländer, aber ein Zeichen von Hartnäckigkeit und mentaler Stärke. So bleibt neben Schiedsrichter Felix Zwayer mit Thomas Tuchel immerhin noch ein Deutscher bei dieser WM dabei. Und noch was Lustiges zum Auftritt des Kongo bei dieser WM: Wer sich als Apple-User Spielberichte (wie z.B. diesen hier) von der Computerstimme vorlesen ließ, konnte lachen, bis der Arzt kommt. Hört selbst!

Spät am gestrigen Abend (inkl. heute morgen) erlebte der Berichterstatter dann beim Auftritt der Belgier gegen Senegal sein kleines Waterloo. Die Afrikaner spielten die enttäuschenden Belgier in der ersten Stunde des Spiels fast an die Wand, mit schönem, schnellem Offensivfußball, einer stabilen Defensive und einem sicheren Torwart. Die 2:0-Führung war absolut verdient und ich freute mich schon auf weitere Punkte im Tippspiel (meine Prognose: 1:0 für Senegal), um auf Bernd einen kleinen Vorsprung herauszuholen. Die Freude stieg sogar noch nach dem Anschlusstreffer durch "Big Rom" Lukaku kurz vor Schluss, denn jetzt winkten sogar 3 Punkte. Die Hoffnung starb vorerst leider, durch den Ausgleichtreffer der Belgier nach einem katastrophalen Fehler des senegalesischen Torhüters. Verlängerung, womöglich sogar noch Elfmeterschießen! Nee, nicht schon wieder! Also ab ins Bett. Nachts immer mal wieder aufgewacht und der Gedanke: Haben  "meine" Senegalesen es noch geschafft? Morgens früh dann die ultimative Enttäuschung: Nach überlegen geführter Verlängerung hatten sie in der Nachspielzeit der Verlängerung durch einen Strafstoß noch das 2:3 kassiert. All die Mühe von über 138 Minuten Nettospielzeit (alle Pausen herausgerechnet) also umsonst. Und Bernd kassierte die Punkte...

Im Verlaufe meines unruhigen Schlafs kickten in San Francisco die USA mit 2:0 auch Bosnien-Herzegowina aus dem Turnier. Stürmer Balogun zeigte mehrfach seine Klasse, u.a. beim 1:0, kassierte jedoch nach einer knappen Stunde eine unglückliche, aber berechtigte Rote Karte. Doch die Männer vom Balkan konnten die Überzahl nicht nutzen, hatten mehrere schöne Schüsse, aber alle gingen daneben. Mit dem 2:0-Freistoßtor durch Tillman war die Sache erledigt und die Amerikaner treffen im Achtelfinale auf Belgien.

Im Tippspiel hat Bernd jetzt allein die Führung übernommen. Neun Punkte Vorsprung hat er jetzt auf Platz 8. Interessant ist das relativ gute Abschneiden der künstlichen Intelligenz in Form von Chat GPT und Claude AI. Bei der Euro 2024 landete Chat GPT noch in der unteren Tabellenhälfte, jetzt ist Platz 1 durchaus in Reichweite. Sollte jemals eine Maschine das Tippspiel gewinnen, so beende ich meine Tätigkeit als Tippspiel-Organisator, so viel ist gewiss.

Mit der Hoffnung auf weiterhin große konventionell erworbene Fußball-Intelligenz im Kreise der Teilnehmer*innen wünsche ich einen vergnüglichen Fußball-Abend!
Robert


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


WM-REPORT VOM 30.06.2026

Good night and Buenas noches! Gute Nacht, deutscher Fußball!

In der letzten Nacht beerdigte das deutsche Nationalteam all die großen Hoffnungen und Wünsche der Fußball-begeisterten Schwarz-Rot-Geil-Fraktion in unserem Land. Raus ohne Applaus, mit einem uninspirierten, oft geradezu hilflos wirkenden Auftritt in Boston gegen Paraguay. Ja, viele Spieler suchten schon vor der Anreise ihre Topform und haben sie auch bei der WM nicht gefunden. Dafür können Nagelsmann und sein Team nur sehr begrenzt verantwortlich gemacht werden. Aber so viele Fragen bleiben unbeantwortet, z.B.: Was war eigentlich Nagelsmanns Plan für dieses Spiel? Gibt es wirklich niemand im deutschen Kader, der schneller laufen kann als sein Gegenspieler? Wie kann es sein, dass in einem K.o-Spiel bei einer WM eine Mannschaft von Paraguay der angeblichen Turniermannschaft schlechthin so dermaßen den Schneid abkauft und sie kaum zu Chancen kommen lässt? Zur Verdeutlichung: Aus Paraguays Anfangself spielen nur zwei Spieler in Europa (in Straßburg und Moskau), der Rest in Nord- und Südamerika. In Deutschlands Startelf standen 9 Spieler von Champions League-Teilnehmern. Ich könnte so weiter machen, aber fast alle von Euch werden sich selbst ein Bild gemacht haben. Das Fazit auch dieser WM lautet ganz schlicht: Auf der Weltbühne ist das deutsche Nationalteam nur noch Mittelmaß und hat in der Runde der besten 16 Teams nichts zu suchen. Und wie bereits am Samstag von mir angedeutet: Es ist womöglich ganz gut, dass Nagelsmanns Jungs jetzt schon raus sind. Gegen Mbappé, Dembelé, Doué, Barcola & Co. hätte es im Achtelfinale ein Massaker gegeben.

Der deutsche Fußball ist einfach nicht mehr das, was er mal war. Inklusive das Finale in Rio 2014 hatte das Nationalteam 75% aller WM-Spiele mit deutscher Beteiligung gewonnen, seither nur noch 40%. Und der letzte Fehlschuss in einem Elfmeterschießen bei einer WM ging auf das Konto eines gewissen Uli Stielike. Da waren viele von Euch noch nicht geboren, das war 1982. Seither waren alle 15 Elfer drin. Bis Kai Havertz antrat und es Woltemade und Tah auch nicht besser machten. Dafür kann Julan Nagelsmann nicht wirklich etwas. Aber für die Beantwortung obiger (und vieler weiterer) Fragen schon. Wir werden sehen, ob da was Befriedigendes kommt. Wie sagte Jürgen Klopp doch vor 2 Wochen zu Thomas Müller: "Julian Nagelsmann stellt die Mannschaft auf. Noch...".

In der Gürteltier-Arena in Monterrey fanden in der niederländischen Nacht zum Dienstag die eigentlich in guter Form befindlichen Holländer in Marokko ihren Meister. Hätte Torwart Verbruggen nicht so gut gehalten, wären die Nordafrikaner schon nach Ende der regulären Spielzeit, spätestens aber in der Verlängerung als Sieger vom Platz gegangen. Das ist eine richtig starke Mannschaft, die aus guten Gründen schon den Brasilianern in der Vorrunde einen Punkt abknöpfen konnte. Jetzt zeigten die Marokkaner, dass sie auch Entscheidungsspiele gewinnen können, zur Not halt im Elfmeterschießen. Das wurde begünstigt durch z.T. lächerlich schlecht geschossene Elfer der Oranjes, entsprach aber in der Endabrechnung den Leistungen beider Teams: Marokko war nicht nur bei den xGoals mit 1,38 : 0,24 vorn, auch bei Ecken (8:5), Ballbesitz (70:30 %) und Torschüssen (11:6). So hat das niederländische Team bei dieser WM bei weitem nicht so enttäuscht wie das deutsche. Es traf halt im ersten K.o.-Spiel auf einen an diesem Tag deutlich besseren Gegner. So einfach ist Fußball manchmal.

Im Tippspiel hatte als Einziger Marcus den Paraguayos einen Sieg gegen das deutsche Team zugetraut, alle anderen waren auf das Gerede von Rudi Völler und dem "alles rausholen, absolut ans Limit gehen, ein richtig gutes Spiel machen und in die nächste Runde einziehen" reingefallen. Den Marokkanern hatte immerhin ein Viertel der Teilnehmer*innen einen Sieg zugetraut und entsprechend Punkte eigeheimst. So steht Stefan jetzt allein auf Platz 2, während Bernd und Simon dichtauf folgen. Heute abend und nachts gibt es drei weitere Spiele, da kann oben die Tabelle neu durchgewürfelt werden. Ich werde mir das nicht alles live reinziehen, nach dem fußballerischen enttäuschenden Kick der letzten Nacht muss ich etwas Schlaf nachholen.
Viel Spaß allen Teil- und Dauerglotzern wünscht
Robert


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

WM-REPORT VOM 29.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!


Die Vorrunde ist beendet und am Ende haben sich doch meistens die Favoriten in den einzelnen Gruppen durchgesetzt. Allerdings ist der Verlauf der Formkurve durchaus unterschiedlich. Als einer von mehreren Topfavoriten marschierte Frankreich nach leicht holprigem Beginn in der 1. Hälfte des ersten Spiels im weiteren Verlauf der Gruppenphase geradeaus Richtung Titel. Es ist schon beeindruckend, was insbesondere die Sturmreihe abliefert. Hinten gibt's aber immer mal Wackler. Gesamtnote daher nur 1-. Spanien startete völlig uninspiriert, zeigte dann ein prima Spiel gegen Saudi-Arabien (aber eben auch "nur" Saudi-Arabien) und erledigte das Spiel gegen die Urus wie eine Pflichtaufgabe: Souverän, aber nicht überragend gut. Gesamtnote: 2. Kann und darf man das deutsche Team zu den Favoriten zählen? Auf jeden Fall zeigte die Formkurve bergab. Egal, ob das Spiel gegen Ecuador für die Gruppentabelle nun wichtig war oder nicht: Es gibt offensichtliche Schwächen in der Stammelf und von der Bank kommt (mal abgesehen von Undav) keine Verstärkung. Meine Benotung: bestenfalls 3. Da wären auch noch die Brasilianer, eigentlich vor dem Turnier gar nicht so hoch eingeschätzt. Aber sie liefern. Einem Remis gegen starke Marokkaner folgten zwei überzeugende Siege, das Team hat sich eingespielt und könnte deutlich besser abschneiden als erwartet. Die Holländer sind ein ähnlicher Fall, auch hier zuerst ein Unentschieden gegen ebenfalls starke Japaner, dann zwei klare Siege. Für beide gilt: Note 2 oder gar 2+.

Am Samstag durften die vor dem Turnier als Mitfavoriten gehandelten Engländer gegen Panama ran. Ich habe nur die Zusammenfassung gesehen, aber wenn da ernsthaft der Begriff Southgate-Fußball fällt, dann kann es insgesamt nicht so toll gewesen sein. Tatsächlich wurde das 2:0 erst nach einer Stunde Spielzeit herausgeschossen und Zauberfußball gab es im ganzen Spiel von Bellingham & Co. kaum zu sehen. Bezeichnend ist, dass Torhüter Pickford durch einige gute und wichtige Paraden auffiel, und das gegen einen Fußballzwerg, der am Ende der Vorrunde als einziges Team kein einziges Tor erzielen konnte (mein Tipp!;-). Nach einem Formhoch im 1. Spiel gegen Kroatien flachte die Leistungskurve der Limies also merklich ab. Gesamtnote 2-. Parallel dazu verschaffte sich Kroatien gegen Ghana mit einem 2:1-Sieg den Platz 2 in Gruppe L. Das war keine fußballerische Offenbarung, sondern ein Arbeitssieg. Etwas anderes hatte wohl auch niemand erwartet.

Top-Geheimfavorit Portugal offenbarte im Entscheidungsspiel um Platz 1 in Gruppe K und damit auch um einen voraussichtlich leichteren Weg im weiteren Turnier unerklärliche Schwächen in allen Mannschaftsteilen, den Torwart mal ausgenommen. Vorne lief nix und hinten ließ man Weitschuss um Weitschuss der Kolumbianer zu. Ich sach ma so: Mit Manuel Neuer im Tor hätten die Sportugiesen hier nicht mal ein 0:0 geholt. Aber mit einem schwachen Ronaldo hat es halt auch nicht zu mehr gereicht. Ohne den Sieg landen die Westiberer nun in einem deutlich stärker besetzten Turnierast. Sollten sie sich gegen Kroatien durchsetzen, warten im Achtelfinale höchstwahrscheinlich die Spanier. Selber schuld! Gesamtnote: 3. Im Parallelspiel drehte der Kongo gegen Usbekistan einen frühen Rückstand in der letzten halben Stunde noch in einen 3:1-Sieg und wurde damit bester Gruppendritter. Jetzt feiert ein 116 Millionen-Volk in Zentralafrika und die Spieler werden hoffentlich nach ihrer Rückkehr ganz anders empfangen als ihre Kollegen 1974. Damals hatte Diktator Mobutu nichts anderes als den WM-Titel von seinen WM-Spielern erwartet und ließ diese nach dem Vorrunden-Aus wie Aussätzige behandeln. Ein ganz trauriges WM-Kapitel.

Zum guten Schluss trat der letzte Topfavorit an. Argentinien schaffte mit der B-Elf und dem 3:1 gegen Jordanien auch den dritten Sieg, jedesmal mit mindestens zwei Toren Unterschied. Nachricht an Jule Nagelsmann: Wenn man ein Weltklasseteam hat, kann man das machen. Wenn man aber nur obere europäische Mittelklasse ist (wie offenbar Deutschland), dann sollte man lieber eine Stammmanschaft sich einspielen lassen. Argentinien ist in WM-Form, kein Zweifel. Gesamtnote 1-, wegen des Gegentors durch Jordanien und der nicht perfekten Leistung gegen Österreich. Die Ösis lieferten gegen Algerien ein am Ende extatisches Spektakel, wenn auch keine spielerische Meisterklasse. Zum Schluss stand es 3:3, nach dem 3:2 der Algerier in der 93. Minute und dem österreichischen Ausgleich durch Kalajcic in der 5. Minute einer eigentlich nur vierminütigen Nachspielzeit. Drama, Baby!

Am Sonntagabend dann das erste K.o-Spiel, jetzt geht die WM erst richtig los! Hoffentlich war dieses Spiel keine Blaupause für die restlichen Sechzehntelfinals. Da kickte ein technisch sehr limitiertes Team aus Kanada gegen Südafrikaner, die offenbar keinerlei Interesse an Offensivspiel hatten und sich minutenlang hinten den Ball hin- und herschoben. Laute Pfiffe des Publikums? Uns doch egal! Besonders nervig dazu ARD-Kommentator Philipp Rohmer, der das ganze Spiel über die Bafana Bafana als bessere Mannschaft sah und mehrfach behauptete, die ganze Spielanlage der Kanadier komme doch den Südafrikanern entgegen. Hallooooo? Mal auf die Statistiken geguckt? Am Ende stand es bei xGoals 1,38 : 0,14 für Kanada, bei Torschüssen 12:6, bei Ecken 4:1. Die Kanadier wollten tatsächlich gewinnen, die Männer vom Kap wohl nur nicht verlieren. In der K.o.-Phase muss es aber einen Sieger geben und das war verdientermaßen Kanada, mit einem Tor in der Nachspielzeit, das vielen Zuschauer*innen weitere 30+ Minuten Langeweile erspart hat.

Im Tippspiel teilen sich nun 3 Tipper den zweiten Platz. Manu versucht sich in der Endrunde jetzt auch mit eigenen Tipps und lässt Chat GPT parallel laufen, ebenso wie Claude AI jedoch außer Konkurrenz für die restlichen Teilnehmer*innen. Wir sind also nun 78. Merle arbeitet unten gemeinsam mit ihrer Tochter (7) weiter an der Roten Laterne. Aber es kann sich noch viel tun, besonders wenn am Samstag die Achtel- UND Viertelfinaltipps abgegeben werden müssen. Anschließend haben mögliche mehrfache Fehltipps dann gleich Auswirkungen auf die nächste Runde und die Würfel werden neu gemischt (L.M.).

Gespannt auf Jules Lernkurve nach dem Ecuador-Spiel wünscht einen spannenden WM-Abend
Robert


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

WM-REPORT VOM 27.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Am Freitag war es am Strand von Heidkate einfach zu schön, als dass man Videoclips gucken oder Kommentare schreiben sollte. Und abends dann Hebbelkick bei 31°C… Ging überraschend gut, auf kleinem Feld, im Schatten und mit Trinkpausen.

Die WM-Vorrunde schreitet nun quasi in doppelter Geschwindigkeit ihrem Ende entgegen, schon am morgigen Sonntag müsst Ihr Eure Tipps für das Sechzehntelfinale abgeben! Da darf dann auch das deutsche Team wieder ran. Zum 1:2 gegen Ecuador gibt geteilte Meinungen. In der Presse ist zu lesen, dass das Spiel für den weiteren WM-Verlauf ja nicht wichtig gewesen sei und die deutschen Kicker gegen höchst engagierte Ecudorianer (die einen Sieg brauchten) halt nicht mit bester Aufstellung und voller Kraft agiert hätten. Ich frage mich, ob man es sich da nach dem ja recht glücklichen Sieg gegen die Elfenbeinküste und einer erneut eher mäßigen Leistung nicht etwas einfach macht. Dem Selbstvertrauen ist die Niederlage ganz sicher nicht zuträglich, es gibt jetzt noch mehr Fragezeichen als vorher, das reicht von der angeblichen Aura Manuel Neuers über einen oft wackligen Kapitän Kimmich, die unerwartet wirkungslosen Jungstars Musiala und Wirtz bis zum Aufstellungsproblem im Angriff. Kann sein, dass im Sechzehntelfinale alles gut wird und sich eine wirklich komplette Mannschaft findet. Doch Zweifel an der vorhandenen Qualität und notwendigen WM-Form sind erlaubt. Vielleicht sollte die deutsche Mannschaft lieber schon gegen Paraguay ausscheiden. Was Frankreich im Achtelfinale mit der wackligen deutschen Defensive anstellen wird, darf aus Jugendschutzgründen eigentlich erst ab Mitternacht im TV ausgestrahlt werden... Im Parallelspiel war das Team der Elfenbeinküste nicht unbedingt besser als die Blauen aus Curacao. Aber die Afrikaner waren abgezockter und trafen wenigstens mal das Tor, während die Jungs aus der Karibik fast nur über und neben den Kasten zielten. Wir würden uns dennoch über ein Wiedersehen mit dem engagierten Fußballzwerg freuen, gern schon 2030.

Die Niederländer erledigten die Pflichtaufgabe gegen Tunesien abgeklärt und routiniert. Die Nordafrikaner haben (wie auch der Irak) in 3 Spielen 12 Gegentore kassiert und hatten bei einer WM eigentlich nichts zu suchen. Old Shatterhand und seine Karthager dürfen sich bei Gianni Corruptino bedanken, dass ihnen das 48 Teams-Format die Tür zum Turnier geöffnet hat. Apropos Lex Barker: Unter der Punktetabelle gibt es jetzt den Link zur versprochenen Galerie der WM-Zwillinge – bei der Geburt getrennt. Das 3:1 der Käseroller reichte locker für den Gruppensieg, da Japan gegen Schweden nicht über ein 1:1 hinauskam, in einem zuerst gemächlichen Spiel, das erst nach der Halbzeit etwas Fahrt aufnahm. Die Tore waren immerhin extrem sehenswert: Eine Traumkombination der Japaner und ein toller Weitschuss vom Strafraumeck des Schweden Elanga gehören in die oberste Kategorie der schönen WM-Tore.

Beim Treffen der amerikanischen Superstars (auf der Tribüne in L.A.) erwiesen sich ausgerechnet die Türken gegen Gastgeber USA als Party Crasher. Die nach zwei Vorrundenniederlagen bereits ausgeschiedenen Männer aus Kleinasien deuteten an, was hätte sein können, wenn … Nach 64 Fehlversuchen der Türken gegen Australien und Paraguay traf Süperstar Arda Güler mit dem allerersten Schuss der Weißhemden zum 1:1. Und mit dem allerletzten Schuss reichte es in der 98. Minute sogar noch zum 3:2-Sieg. Leider alles vergeblich. Wiedervorlage bitte bei der EM 2028. Zum Parallelspiel Australien-Paraguay muss man nix schreiben: Socceroos-Los Paranoias 0:0.

Nach dem Hebbelkick am Freitag gab es angesichts der Temperaturen nur alkoholfreies Bier als isotonische Erfrischung und alle fuhren rechtzeitig nach Hause, um das Entscheidungsspiel in Gruppe I zu sehen: Norwegen gegen Frankreich, da ging es um den möglichen Gegner des deutschen Teams im Achtelfinale, falls Kimmich & Co. überhaupt so weit kommen. Die Franzosen gaben sich gegen die norwegische B-Elf keine Blöße. Auch Dembelé durfte mal richtig hinlangen, schoss drei schöne Tore und machte auf beeindruckende Weise alles klar für einen möglichen Klassiker in der übernächsten Runde. Sind die Franzosen überhaupt schlagbar oder zeigen sie einfach nur eine Scheiß-Frühform? Kleiner Rückblick: Den Begriff prägte Kloppo bei der Euro 2008 für die Leistung der Holländer, die in der Vorrunde alles abschossen, um dann im Viertelfinale an den Russen zu scheitern. Doch zurück zum gestrigen Spiel: Die Norweger hatten zwar nie eine echte Siegesschance, waren aber auch kein reines Kanonenfutter. Ohne ihre Superstars Haaland, Sørloth und Ødegard zeigten sie sich kampfstark und spielerisch durchaus auf WM-Niveau. Die Reise der Wikinger kann weitergehen. Parallel schoss Senegal das Team vom Irak mit einigen sehenswerten 5:0 ab. 83 Minuten in Unterzahl, da ging vor allem in der 2. Hälfte nix mehr für die Iraker. Der Senegal ist in der nächsten Runde dabei und durchaus für eine Überraschung gut.

Wo wir schon mal bei Überraschungen sind: Kap Verde steht nach dem 0:0 gegen Saudi-Arabien als Gruppenzweiter in der nächsten Runde und hatte dabei Torchancen genug, um drei Spiele zu gewinnen. Das hatte niemand getippt. Oder doch? Tatsächlich: Mette von sehr weit unten in der Tabelle holte sich als einzige 2 verdiente Zusatzpunkte für diese Prognose ab. Hut ab vor so viel Sachverstand vom afrikanischen Fußball. Parallel dazu hielt Spanien den Gegner Uruguay mit 1:0 in Schach. In unguter alter Tradition flog einer der Urus nach einem Frustfoul an der Mittellinie vom Platz und die Spanier taten insgesamt nicht mehr als notwendig. Sind sie wirklich ein Topfavorit für den Titel? Das könnte man nach den gezeigten Spielleistungen bezweifeln. Aber jedem dürfte bewusst sein, dass da genug Steigerungspotenzial ist. Und eine allzu gute Frühform ist eben für ein langes Turnier womöglich gar nicht gut...

Auch Belgien wurde seiner klaren Favoritenrolle in seiner Gruppe G bisher in keiner Weise gerecht. Gegen Neuseeland schossen sich die Roten Teufel jetzt aber mit 5:1 frei, wobei Lukaku direkt nach der späten Einwechslung mit dem 1. Ballkontakt traf. Es geht also doch! Und die Kiwis müssen wieder mal früh und enttäuscht nach Hause. Dabei bleiben dürfen in jedem Fall die Ägypter. Das Pharaonen-Team schaffte mit mehr Glück als Geschick am Ende ein 1:1 gegen den Iran, der (wie auch Kap Verde) mit 3 Unentschieden ungeschlagen aus der Gruppenphase kommt, aber noch um den Platz unter den besten 32 Mannschaften bangen muss.

Während ich dies schreibe, läuft bereits der letzte Vorrunden-Spieltag. Da kann sich in der Punktetabelle erneut viel tun. Momentan ist Simon vorn und hat Stefan an der Spitze abgelöst. Aber Platz 1 und Platz 3-5 trennen nur 3 Punkte, das ist quasi nichts. Unten hat Merle jetzt schon 9 Punkte Rückstand auf den vorletzten Platz. Das Gute ist: In der Endrunde werden "die Würfel neu gemischt" (O-Ton Loddar M.). Denkt bitte daran, rechtzeitig Eure Tipps abzugeben, bis spätestens Sonntag 21 Uhr.

Viel Erfolg beim Weitertippen wünscht
Robert



- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

WM-REPORT VOM 25.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Boah, das war gestern ein anstrengender Abend auf dem Internationalen Markt der Kieler Woche! Statt die WM-Favoriten abzuklappern (das kann ja jeder!), haben wir uns mit den Qualifikationsversagern, Underdogs und Geheimstfavoriten beschäftigt. Irland, Indien und Peru sind gar nicht dabei, Australien und Tschechien sind keine Overperformer, Schweden und Österreich mühen sich redlich, aber nur mäßig erfolgreich. Bleibt noch England. Die Qualität der Fish & Chips korrelierte linear mit der Leistung von Kane &Co. gegen Ghana. Tiefste Underperformance.

Nach einem schweren Morgen (uff!) habe ich mir dann doch noch die Videoclips der Spiele von gestern abend und heute morgen reingezogen. Da ging es jeweils um die Wurst, bzw. den Einzug in die nächste Runde. Tatsächlich zogen die Schweizer gegen Kanada die Wurst vom Teller des Ko-Gastgebers und sicherten sich mit 2:1 den Gruppensieg. Eigentlich ein ausgeglichenes Spiel, mit vor dem Tor entschlosseneren Alpenkickern. Kanada ist aber trotz der Niederlage Gruppenzweiter, denn der verdiente 3:1-Sieg von Bosnien-Herzegovina gegen Katar reichte nicht, um das gute Torverhältnis der Kanadier zu egalisieren. Macht nix, vier Punkte sollten Dzeko & Co. dennoch in die nächste Runde bringen.

Mexiko hielt gegen Tschechien hinten weiter die Null. Dazu durfte sogar Guillermo „Legende“ Ochoa beitragen, der bei seiner 6. WM in der letzten Viertelstunde im riesigen Aztekenstadion noch mal den Kasten hüten durfte. Sympathische Geste des Trainers, dünne Leistung der Tschechen, vor dem gegnerischen Tor entschlossene Mexikaner. Das fasst das Spiel ganz gut zusammen.

Südafrika dürfte die größte Überraschung unter den Gruppenzweiten sein. Nach dem Eröffnungsspiel in Ciudad de Mexico hatte man ihnen schon ein fröhliches Auf Wiedersehen! zugerufen, so kläglich war die Leistung.Jetzt schlugen sie die deutlich höher eingeschätzten Südkoriander und das Wiedersehen erfolgt bereits im Sechzehntelfinale und nicht 2030. Erstaunlich!

Brasilien zeigte gegen Schottland weiter aufsteigende Form und jetzt auch viel mehr spielerische Eleganz als beim herausgekonterten Sieg gegen Haiti. Vini jr. überlässt die WM-Show nicht den anderen Superstars von Haaland über Kane und Messi bis Ronaldo, er trifft weiter und macht mit dem hochverdienten Sieg der stolzen südamerikanischen Nation weiter große Hoffnungen. Die Schotten ruinierten leider ihr Torverhältnis und müssen um den ersten Einzug in eine WM-Endrunde bangen. Die schottischen Fans feiern und trinken trotzdem fröhlich weiter. 0:3 verloren? Egal, ab in den Pub! Alle Schotten dicht.

Im Parallelspiel Marokko-Haiti verhinderten zwei schöne Tore des Teams aus der Karibik einen marokkanischen Gruppensieg. Das Spiel bot 10x mehr Aufregung und Unterhaltung als England-Ghana und fand mit den Nordafrikanern einen verdienten Sieger. Ungeschlagener Gruppenzweiter hinter Brasilien, das klingt nicht nur gut, die Marokkaner sind es auch. Sollte es in der nächsten Runde tatsächlich zum Duell mit den Niederländern kommen, darf man auf einen echten Kracher hoffen. Wermutstropfen: Das Spiel am Dienstag wird um 3 Uhr deutscher Zeit angepfiffen… Uff!

Im Tippspiel bleibt an der Spitze alles wie es war, nur die Punktzahl steigt und steigt. Ganz unten machte mich Tims scheinbar katastrophales Abschneiden dann doch stutzig. Mal abgesehen von der Beurteilung mancher Zweikampfsituationen ;-) ist sein Fußballsachverstand doch eigentlich mindestens auf normalem Hebbelkicker-Niveau. Und tatsächlich: Seine Eintragungen für die jeweiligen beiden Gruppenbesten wiesen fast immer ein Freizeichen hinter dem Ländernamen auf. Und da MS Excel zwar gut rechnen kann, aber wenig fantasiereich ist, wertet das Programm eben „Brasilien “ als nicht identisch mit „Brasilien“ und gibt dann halt 0 Punkte. Ein raffinierter Trick von Tim, um die Rote Laterne abzugreifen? Ich habe das vereitelt und er ist auf Platz 73 vorgerückt.

Viel Spaß beim heutigen Straßenfeger Ecuador-Deutschland wünscht
Robert

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

WM-REPORT VOM 24.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Der Dienstagabend bot Gelegenheit, früh gefällte Urteile zu überdenken. Das vermeintlich überschätzte Team von Portugal legte Usbekistan 5 Dinger ins Netz, zeigte große Spielfreude, überraschende Freistoßvarianten und vor allem einen Cristiano Ronaldo, der immer noch weiß, wo das Tor steht. Nur in wenigen Momenten merkte man ihm das fortgeschrittene Alter an, z.B. kurz vor Schluss, als er einen etwas zu steilen Querpass vor dem Tor der Usbeken eben doch nicht mehr richtig erwischte, dies aber mit einem lässigen Lächeln hinnahm. Auch die Sportugiesen haben sich jetzt warm gespielt, mit ihnen ist zu rechnen.

Dagegen bot England-Ghana eines der bisher langweiligsten Spiele dieser WM. In den ersten 20 Sekunden kam Ghana noch einige Male an den Ball, danach schoben sich die Limies geschlagene 2,5 Minuten den Ball in der ungefährlichen Zone hin und her, ohne jeglichen Effekt, sieht man mal von den herabsinkenden Augenlidern der Zuschauer*innen ab. Und so ging es weiter. Expected Goals in der 1. Halbzeit: 0,31 : 0,00. Langeweile pur, den Tommies fiel nichts ein und Ghana wollte eh nicht angreifen. Ballbesitz 79% für England. In der 2. Hälfte besserte sich das Spielniveau ein wenig, die Engländer wollten vielleicht doch gewinnen und Ghana versuchte einige schnelle Konter. Da fehlte manchmal nicht viel zum Abschluss, aber irgendwie konnten die Limies das immer verhindern. Nicht immer war im TV klar zu erkennen, ob dabei alles regelkonform abging, aber, das entscheidet halt das Schiriteam. Am Ende reichte auch ein halbes Dutzend Eckbälle in der Nachspielzeit nicht zu einer richtig guten Torchance für England, das über das gesamte Spiel nicht wirklich einen Plan B gegen sehr defensive und kämpferische Ghanaer hatte. Tommy T. muss nachdenken…

Auch Kroatien hatte gegen den vermeintlichen Underdog Panama große Probleme und verdankt den mühsamen 1:0-Sieg vor allem dem erneut sehr guten Torwart Livakovic. Das gefährlichere Team waren über weite Strecken die Canaleros, aber zum Fußball gehört halt auch das Toreschießen. Luca Modric machte sein 200. Länderspiel und spielt immer noch perfekt getimete Steilpässe wie nur wenige andere. Weitermachen!

Statt Portugal steht Kolumbien als erstes Team aus Gruppe K in der nächsten Runde. Es brauchte bis zur 76. Minute, bis der fantastisch haltende Torwart des Kongo überwunden werden konnte, trotz vieler schöner Schüsse von Luis Diaz und James Rodriguez. Letzterer war schon 2014 WM-Torschützenkönig und sieht heute noch aus wie ein Abiturient. Gut gehalten, der Mann!

Im Tippspiel bleibt Stefan unbeirrt vorn, kann aber seinen Vorsprung nicht entscheidend ausbauen. Hinten steht jetzt ein Hebbelkicker und macht uns die Mannschaftsperformance kaputt. Hau rein, Tim, das geht noch besser! Heute abend bin ich auf dem Internationalen Markt der Kieler Woche unterwegs und komme erst nach Mitternacht nach Hause. Entsprechend spät aktualisiere ich die Punktetabelle.

Einen kühlen Fernsehkeller in dieser heißen WM-Woche wünscht sich und Euch
Robert


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


WM-REPORT VOM 23.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Sechzehn WM-Spiele von Freitagabend bis Dienstag früh, wer das alles komplett weggeguckt, verdient allerhögschde Hochachtung. Ich liefere hier nur ein paar kurze Notizen, das Wetter war einfach zu schön und Kieler Woche ist ja auch gerade...

Der ganze Megabums begann mit USA-Australien und einem verdienten 2:0 der US-Boys, deren rot-weiß gestreiftes Trikot mich irgendwie an Häftlingskleidung erinnert. Ich weiß, die ist meist hellblau-weiß aber irgendwie doch … Verwunderlich auch, warum bei ihnen mit Russel Crowe ein Australier auf der Bank sitzt. Aber sie sind ja inzwischen nicht mehr die einzigen, die einen Filmstar als Trainer verpflichtet haben. Tunesien kann da locker mithalten. Seht selbst!

Ab Mitternacht, wenn selbst bei der Kieler Woche fast überall die Lichter langsam ausgehen, waren beim Spiel Marokko-Schottland die Nordafrikaner von der schnellen Truppe. Ein schönes Tor in der 2. Minute, das reichte gegen die Karoträger, die einfach viel zu viele Chancen für ein Tor brauchen. Brasilien machte es gegen Haiti besser und schoss bereits in der 1. Hälfte einen beruhigenden 3:0-Vorsprung raus. Aber werden die Männer vom Zuckerhut mit ihrem Konterüberfall-Fußball auch gegen stärkere Gegner reüssieren? Könnte schwierig werden. Aber vielleicht fällt Vinicius jr. und Raphinha auch noch was anderes ein.

Auch Paraguay hat aufgeweckte Jungs auf dem Platz. Unsere türkischen Freunde hatten gerade mal registriert, dass das Spiel bereits lief, da stand es schon 0:1. Und wenn ein mit Stars gespicktes Team vom Bosporus dann über 45 Minuten in Überzahl gegen den mühselig qualifizierten 6. der Südamerika-Ausscheidung den Ball nicht in die Kiste bringt, dann hat es den Einzug in das Sechzehntelfinale auch nicht verdient. Wieder kein Autokorso in Gaarden, stattdessen raus ohne Applaus.

Am frühen Samstagabend filetierten die Niederlande das schwedische Team mit 5:1, auch in dieser Höhe verdient. Die Schweden hatten vorher gegen Tunesien ebenfalls mit 5:1 gesiegt. Gewinnen jetzt im letzten Gruppenspiel die Käseroller gegen die Kamelzüchter mit 5x5 : 1x1, also 25:1? Wir werden sehen. Fußball ist keine Mathematik, das erklärte Uli Hoeneß einst dem Trainer Ottmar Hitzfeld.

Dieser zumindest in Deutschland brütendheiße Samstagabend gebar dann beim Spiel Deutschland-Elfenbeinküste eine deutsche Mannschaft, die ganz Großes bei diesem Turnier erreichen kann. So zumindest das Urteil vieler sogenannter Expert*innen, die hinterher vom Triumph des Will… - nee, lieber nicht, das ist negativ belegt… - also, dann eher von einem Sieg des Willens sprachen, oder so ähnlich. Ich bin da skeptisch. Kaschiert Undavs Tor in der 94. Minute nicht die vielen Unzulänglichkeiten im deutschen Spiel, auch und gerade nach dem 0:1-Rückstand? Wie wäre das Urteil ausgefallen, wenn Adingra in der 88. Minute den Ball direkt genommen und ins deutsche Netz geballert hätte? Wäre, hätte, Viererkette – Fußball findet nicht im Konjunktiv statt. Aber aus recht brauchbaren letzten 30 Minuten (inkl. Nachspielzeit) jetzt einen Turnierfavoriten herauszulesen, das fällt mir schwer. Ich bleibe dabei: Achtelfinalaus gegen Frankreich. Nicht mein Wunsch, aber meine Prognose.

In der Nacht zum Sonntag Ecuador-Curacao 0:0. Zwei sehr gute Tormänner, viele Versager in den Sturmreihen. Mehr muss man nicht wissen.

Interessanter war das Spiel der japanischen Dauerrenner gegen Tunesien. Das 4:0 war hochverdient. Diese Japaner sind inzwischen mehr als ein Geheimtipp, die rennen ohne Ende und spielen dazu einen technisch ganz feinen Fußball. Das kann sie in diesem Turnier noch sehr weit bringen. Hier habt Ihr es zuerst gelesen!

Am Sonntagabend war ich zum Krusenkoppel-Konzert auf der Kieler Woche und nicht live im TV dabei, als Saudi-Arabien gegen Spanien schon nach 25 Minuten beim Stand von 0:3 das Öl ausging. Bei den Iberern lief es dagegen wie geschmiert, sie legten in der 2. Hälfte zum 0:4 noch ein Tor drauf und sind jetzt wohl drin im Turnier.

Eine Enttäuschung bleiben die Belgier. Lukaku & Co. zogen als klarer Favorit gegen den Iran ins Feld und mussten am Ende über ein 0:0 froh sein. Ja, schon ganz andere haben sich am Iran die Zähne ausgebissen – frag nach bei Donald Trump!

Das wesentlich unterhaltsamere Unentschieden gab es um Mitternacht zwischen Uruguay und Kap Verde. Niemand hätte den Insulanern einen dermaßen beherzten Auftritt zugetraut, aber sie lieferten dem zweifachen Weltmeister aus Südamerika einen großen Kampf und gewannen am Ende völlig gerechtfertigt einen Punkt. Kap Verde liefert damit schon die zweite große Überraschung. Hut ab!

Das letzte Wochenendspiel fand dann am Montagmorgen unserer Zeit statt. Eine Halbzeit lang sah es auch bei Neuseeland-Ägypten nach einem Favoritensturz aus. Aber in der 2. Hälfte drehten die Pharaonen um Salah und Marmoush das Tempo hoch und den Kiwis den Saft ab. Das 3:1 gibt das Kräfteverhältnis wohl recht gut wieder und Ägypten ist auf Kurs Gruppensieg. Zumindest dies hätte man vorher gar nicht gedacht…

Montag ist Hebbelkicker-Spieltag, das geht vor. Das Spiel Argentinien-Österreich habe ich also nur zeitversetzt geguckt, daher auch die verzögerte Tabellen-Aktualisierung. Die Ösis gaben ihr Bestes, liefen unermüdlich die Gegner an, waren aggressiv in den Zweikämpfen, aber es reichte dann doch nicht, denn Torgefahr war Mangelware. Ein einziger Schuss ging aufs Tor der Südamerikaner, und das war ein scharf getretener Freistoß von Sabitzer. Das war's, am Ende stand es nach xGoals 2,36 : 0,53 für Argentinien. Der Weltmeister hat eine bombenfeste Abwehr und vorne eben einen Messi, der erst einen Elfer verschießt, aber dann doch noch 2x trifft. Das Rezept gegen die Gauchos scheint einfach: Messi aus dem Spiel nehmen, dann ist auch die Torgefahr weg. Aber wie soll das funktionieren? Viele Teams haben es versucht und nur ganz wenigen ist es gelungen. Im WM-Finale 2014 war Messi tatsächlich kein wesentlicher Faktor. Aber das ist lange her...

Wer das Spiel Frankreich-Irak mit Anpfiff um 23 Uhr auch zuende gucken wollte, brauchte viel Kaffee, um bis zum Abpfiff wach zu bleiben. Eine Unwetterwarnung und Starkregen in Philadelphia sorgten für die mit über 2 Stunden vermutlich längste Halbzeitpause der WM-Geschichte. Da führten die Franzosen schon nach einem wohl nicht ganz unhaltbaren Schuss Mbappés von der Strafraumgrenze mit 1:0. Und nach der Pause drehten sie dann richtig auf, erspielten sich viele gute Torchancen (xGoals 2,44 in Hz. 2) und zeigten, dass ihnen weder Lust noch Luft ausgehen, wenn sie am Ende schon hoch führen. Das war beeindruckend!

Auch Norwegen und Ghana kamen erst nach der Halbzeitpause richtig in Schwung. Das Tormonster Haaland lieferte jetzt schon viel Mal und brachte damit Norwegen schon nach zwei Spielen sicher in die nächste Runde. Wie schon gegen Frankreich war der Senegal ein starker Gegner, aber es reichte halt nie zum Sieg. Wäre schade, wenn am Ende ein Vorrundenaus stünde. Es gibt vermutlich deutlich schwächere Teams, die es ins Sechzehntelfinale schaffen werden.

Als letzte Teams durften dann Jordanien gegen Algerien noch ran, da dürfte sich morgens früh um 5 Uhr die Zahl der Magenta-Zuschauer im zweistelligen Bereich bewegt haben. Zu sehen bekamen sie ein Weitschussfestival mit wenigen Strafraumszenen. Nach der Halbzeitführung von Jordanien drehten die Algerier das Spiel erst nach der 2. Trinkpause, jeweils nach Eckbällen. Wer länger als bis 7 Uhr schlief, hat wohl nicht viel versäumt.

Im Tippspiel hat Stefan am Wochenende die Führung übernommen und bis Dienstagmorgen zäh verteidigt. Doch noch immer ist es sehr eng an der Spitze und jedes Spiel kann einen Wechsel bringen. Den hat Merle ganz unten endlich herbei geführt und die Rote Laterne abgegeben.

Eine schöne WM-Woche wünscht
Robert


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -





WM-REPORT VOM 19.06.2026

Hello, Howdy und Buenas dias!

Heute halte ich es mal kürzer, es wird richtig heiß und statt ins Büro fahre ich nachher vielleicht lieber an den Strand. Das erste Spiel am gestrigen frühen Abend machte einem aber das Urteil auch leicht: Tschechien gegen Südafrika war ein Spiel Not gegen Elend. Zwei arg limitierte Mannschaften bemühten sich mehr oder weniger intensiv um den Sieg. Kurz vor Schluss kassierten die früh in Führung gegangenen Tschechen noch den Ausgleich, weil sie 75 Minuten lang quasi nix für eine beruhigende 2:0-Führung getan hatten. Genauso dämlich wie ich, der ich mir das Gewürge in voller Länge angetan habe.

Abends machten es die Schweizer gegen Bosnien-Herzegowina besser, allerdings erst nach langem Anlauf. Ich habe das Ganze im Schweizer Fernsehen SRF gesehen, da waren beim Ballgeschiebe der Eidgenossen schon zu Beginn der 2. Hälfte deutliche Pfiffe zu hören und auch der Reporter kritisierte mit klaren Worten den umständlichen und wenig flexiblen Spielaufbau der Alpenkicker. Die Balkanesen verlegten sich auf eine stabile Defensive und setzten einzelne, aber potenziell hoch gefährliche Nadelstiche durch schnelle Konter und scharfe Heringaben in den Strafraum. Da hatten die Schweizer Glück, dass sie jedesmal noch einen Fuß dazwischen bekamen. Insgesamt also erst mal kein aufregendes Spiel. Frederik hat es auf MagentaTV  gesehen und war genervt vom aufgeregten Reporter, der tat, als ob er eine Mondlandung kommentieren würde. Tja, die haben Millionen für die Übertragungsrechte bezahlt und müssen wohl auch Grottenkicks zum Premiumprodukt hochjazzen. Zum Glück kam mit den Einwechslungen frischer Schweizer Spieler noch mal Schwung in die Kiste und es gab ordentlich Tore zu sehen beim deutlichen 4:1-Sieg der Schweizer, die nach einer Roten Karte für Muharemovic nicht nur ein zahlenmäßiges Übergewicht hatten. Ein Unentschieden gegen Kanada reicht jetzt für Platz 2 in Gruppe B. Für Platz 1 muss allerdings der Ko-Gastgeber geschlagen wereden.

Die Chancen der Kanadier auf den Gruppensieg stehen nach dem 6:0-Schützenfest gegen komplett überforderte Katarer richtig gut. Die hatten am Ende nur noch 9 Mann auf dem Platz und schon vorher offensiv überhaupt nichts zustande gebracht. Der Kanadier Jonathan David schoss drei Tore und zog in der diesjährigen WM-Torschützenliste erst einmal mit Messi gleich.

Weit nach Mitternacht deutscher Zeit zog dann tatsächlich der erste Ko-Gastgeber ins Sechzehntelfinale ein. Die 1. Hälfte bei Mexiko-Südkorea ging chancentechnisch an die Ostasiaten, der 2. Durchgang aber an die Mittelamerikaner. Eigentlich ausgeglichen und passend dazu fiel das Siegtor für Mexiko durch eine denkbar unglückliche Aktion der Südkoreaner, bei denen der Torwart im Herauslaufen einen hohen Ball sicher abfing, anschließend aber über einen eigenen Mitspieler stürzte, den Ball verlor, und zusehen musste, wie ihn Romo ins Tor schoss. Echter Slapstick also. Nun sind die Mexikaner sogar schon Gruppensieger, aber insgesamt ist eine spielerische Steigerung notwendig, um mehr als das zu erreichen.

Im Tippspiel verteidigte Eric seine knappe Führung und Merle hat mit dem Punkten begonnen und den Rückstand auf den vorletzten Platz auf nur noch einen Zähler verkürzt. Freut mich! Ausnahmslos alle Teilnehmenden erhielten 2 Extrapunkte für den Einzug der Mexikaner in die nächste Runde. Das war leicht…

Einen schönen WM-Abend und ein schönes heißes WM-Wochenende wünscht
Robert

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -



WM-REPORT VOM 18.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

24 Spiele haben wir nun hinter uns und alle Teams gesehen, zumindest in den Zusammenfassungen der Begegnungen. Eine kleine Pause wäre jetzt ganz nett, aber heute abend um 18 Uhr geht es schon wieder weiter. Gestern stiegen mit England und Portugal zwei weitere Titelanwärter ins Turnier an, und damit auch zwei hoch gehandelte Superstars. Schwerlich hätte es gegensätzlicher verlaufen können. Von Cristiano Ronaldo war über eine Stunde lang quasi nix zu sehen, außer einer seiner üblichen, gestenreich geführten Diskussionen mit dem Schiedsrichter. In der 68. Minute der erste versuchte Torschuss, kurz vor Schluss dann noch einer. Beide gingen am Kasten vorbei. Nullnummer. Sportugal wurde vor der WM für sein Kombinationsspiel gerühmt und tatsächlich hatte der Kongo erst nach genau 2 Minuten und 43 portugiesischen Ballkontakten die erste Ballberührung. Das klingt nach hoch überlegenen Rothemden, doch quasi alle diese Kontakte fanden in der eigenen Hälfte und in der Nähe des Anstoßkreises statt. Sinnloses Kurzpass-Ballgeschiebe ohne jegliche Gefahr. Vielleicht ja der Versuch, dem eigenen Team erst mal Ballsicherheit zu geben? Nö, die Sportugiesen machten so weiter, offenbar ermutigt durch die frühe Führung in der 6. Minute. Was für ein Glück, dass ich erst mit 25 Minuten Verspätung den Stream gestartet hatte (natürlich ab Anstoß!), so konnte ich mit mehrfachem Drücken der Taste für "5 Sekunden vorspulen" die unweigerlich aufkommende Nickerchen-Gefahr bangen und war trotzdem zur Halbzeit beim Live-Bild. Die Kongolesen guckten sich das portugiesische Ballgeschiebe eine Weile interessiert an und beschlossen dann, für etwas mehr Unterhaltung zu sorgen. Das gelang tatsächlich; der Underdog war körperlich robuster und spielte einfach schneller und gefährlicher. Der Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit des 1. Durchgang, war aber völlig verdient. In der zweiten Hälfte sammelten die Afrikaner dann weiter Sympathiepunkte und blieben stets gefährlich. Am Ende standen es nach Ballbesitz 75% zu 25% für Portugal, aber bei Torgefährlichkeit (xGoals), Zahl der Torschüsse und gewonnenen Zweikämpfen war der Kongo vorn. Jede*r neutrale Zuschauer*in hätte den Afrikanern am Ende wohl den Sieg gegönnt, aber dafür reichte es dann doch nicht. Immerhin fünf Tipper*innen hatten dem Hype um Ronaldo misstraut und auf ein Remis gesetzt, darunter auch John mit einem exakt richtigen 1:1-Tipp - der Hauptgrund dafür, dass er jetzt ganz vorn in der Tabelle steht.

Am späten Abend kam es zum ersten und einzigen innereuropäischen Vorrunden-Duell: England-Kroatien, das versprach einiges und hielt alles. Wir sahen das wohl bisher beste WM-Spiel, mit 6 Toren und einem Superstar Harry Kane, der im Gegensatz zu Ronaldo sein nominelles Versprechen einlöste, zwei Tore erzielte und das Spiel der Engländer, wie schon bei den Bayern gesehen,  z.T. aus der eigenen Abwehr ankurbelte. Klasse! Aber die Kroaten waren in der 1. Hälfte gleichwertig, schafften 2x den Ausgleich und gaben sich auch im 2. Durchgang erst spät geschlagen. Modric (40) und Perisic (37) sind immer noch zentrale Säulen des Spiels und wenn Torwart Livakovic weiter so gut hält, wird er nicht mehr lange bei Dinamo Zagreb unter Vertrag sehen. Insgesamt ein tolles Spiel zweier starker Mannschaften, mit einem am Ende verdienten Sieg der Limies. Wer es nicht gesehen hat, sollte das unbedingt in der Mediathek nachholen. England hat wirklich ein richtig gutes Team beisammen und kann weit kommen. Sorgen macht mir nur Trainer Thomas Tuchel, ein Hungerhaken, der aussieht, als ob er gerade aus einem nordkoreanischen Gefängnis entkommen sei. Gruselig...

Die Spiele in der deutschen Nacht kamen dann ohne Turnierfavoriten aus. Das Niveau der Begegnungen entsprach den eher geringen Erwartungen, und wer rechtzeitig ins Bett ging, hat wenig versäumt. Panama gegen Ghana sah zuerst deutlich Vorteile für die Canaleros, mit mehreren guten Torchancen. Erst in der 2. Hälfte kamen die Black Stars auf, doch es sah bis in die Nachspielzeit nach einem Remis aus. Kam aber anders, Ghana schoss tatsächlich in der 95. Minute das Siegtor. Kolumbien erledigte beim 3:1 gegen Usbekistan mit einiger Mühe seine Pflichtaufgabe, erzielte dabei aber immerhin richtig schöne Tore. Alle vier Mannschaften dürften es schwer haben, in die Finalrunde einzuziehen.

Im Tippspiel ist wieder unser holländischer Experte vorn, aber das Feld der Verfolger*innen ist dicht dran. Hinten zieht Merle weiterhin einsam ihre kleinen Kreise. Hättest Du Dir doch nur Rat von Papa Klas geholt, der ist inzwischen (und höchst passend!) auf Platz 04 vorgestoßen!

Einen schönen WM-Abend, u.a. mit Emmentaler und Cevapcici, wünscht
Robert


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


WM-REPORT VOM 17.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Gestern stieg Frankreich gegen Senegal ins Turnier ein und bescherte uns eine weitere Favoriten-Enttäuschung: Pomadiger und wenig inspirierter Spielaufbau und große Probleme gegen die schnellen Angriffe der Senegalesen. Les Bleues konnten wegen der guten Torchancen der Afrikaner von Glück sagen, dass es zur Halbzeit noch 0:0 stand. Irgendwie garnix in den ersten 48 Minuten, das meinte auch Peter Stöger im ORF zur Leistung der Franzen. Mit dem Seitenwechsel wurden dann offenbar fast alle französischen Spieler durch ihre eineiigen Zwillinge ersetzt, die deutlich besser und vor allem schneller Fußball spielen konnten. Eine kleine Umstellung, Michael Olise jetzt im Zentrum statt auf dem Flügel, und schon lief der Ball durch die Reihen, wie wir es zu besten Zeiten von den Franzen gewohnt waren. Steckpässe vom Allerfeinsten, perfekt getimed in die Gasse gespielt, das können sie halt wie kaum ein anderes Team. Und dann läuft da vorn ein Kylian Mbappé, der den Ball aus dem vollen Lauf über den Torwart der Senegalesen chippt. Die offensive Abteilung der Franzosen ist vermutlich die beste der Welt, die schießt mal eben gegen den fast-(oder eigentlich doch)-Afrikacup-Gewinner in einer Halbzeit drei schöne Tore. Zumindest gestern war aber anzuzweifeln, dass die Defensive da qualitativ mithalten kann.

Um Mitternacht dann Irak-Norwegen. Auch wenn ich bekanntermaßen einen ziemlich großen Softspot für die Fjordländer habe, bin ich lieber vorher ins Bett gegangen. Der ZDF-Clip zeigt eine weitgehend feldüberlegene norwegische Mannschaft mit einem Top-Mittelstürmer, der immer seine Chance sucht und entsprechend auch zwei Tore schoss. Auch der Irak hatte gute Möglichkeiten, machte sogar ein Kopfballtor gegen die langen Kerls aus dem Norden, brachte aber einfach nicht genug zustande, um mithalten zu können. 4:1 für Norwegen, das ist ein guter Start auf dem Weg in die Finalrunde.

Messi hat sich meinen Ratschlag zu Herzen genommen. 3:0 für Argentinien gegen gar nicht mal so schlecht aufspielende Algerier - das ist eine Ansage. Der Weltmeister ist voll im Turnier, die Serie des Vorrunden-Ausscheidens der Titelträger wird 2026 gebrochen werden, soviel ist jetzt schon klar. Was für eine Messi-Show! Drei Tore! Er ist der Beste aller Zeiten, er hat Miro Klose eingeholt, er ist... - ach, das wisst Ihr alle selbst. Argentinien ist die Nummer 1 der FIFA-Weltrangliste und womöglich lügt auch hier die Tabelle nicht. Trotzdem haben nur sehr wenige Tippspiel-Teilnehmer*innen auf die Gauchos als Weltmeister 2026 getippt. Eindeutig vorn ist hier Spanien (29 Tipps) vor Frankreich (20), Deutschland (14) und Außenseitertipps wie England (4), Argentinien (3), Brasilien (2), Niederlande (2), Mexiko (1), Portugal (1) und Tunesien (1).

Mein zweiter Softspot gehört den Österreichern, auch das dürften viele wissen. Noch vor dem Frühstück konnte ich die letzte Viertelstunde vom Spiel gegen Jordanien gucken - so ändern sich die Sehgewohnheiten... Meine rotweißen Freunde taten sich in der 1. Hälfte enorm schwer und die 1:0-Führung durch einen aus 20 Metern von Romano Schmid herrlich in den Winkel geschweißten Ball war geradezu lächerlich ungerecht, angesichts der vielen gefährlichen Schüsse der Jordanier, die Goalie Alexander Schlager abwehren musste. Erst nach einer Stunde kamen die Ösis wieder gefährlich nach vorn und dann stachen auch die Joker: Marko Astronautovic erzielte drei Tore, von denen eines jedoch aberkannt wurde. Der Mann weiß auch mit 37 noch, wo der Kasten steht. Irgendwie schade für die starken Außenseiter aus Jordanien, aber wer sagt, der Fußball müsse immer gerecht sein? Auf jeden Fall muss "Rolf" Rangnick sich fürs nächste Spiel und mehr Offensivkraft etwas einfallen lassen. Es reichte für Jordanien, aber das darf nicht der Maßstab sein.

Im Tippspiel hat Eric die Führung übernommen, aber ist ist eng da vorne. Wieso er aber nach 18 getippten Spielen schon 3 Mal so viele Punkte hat wie Merle am Tabellenende nach 20 Spielen ... Hmmm... - das bleibt ein Rätsel...

Einen schönen WM-Abend, u.a. mit dem interessanten Duell England-Kroatien wünscht
Robert

P.S.: Noch einmal der Hinweis, dass meine Mails zum kostenlosen WM-Gucken womöglich bei Euch im Spam-Ordner gelandet sein könnten. Guckt ggf. mal dort nach...


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


WM-REPORT VOM 16.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Vier Remis an einem einzigen Spieltag, ein weiterer neuer WM-Rekord! Zum Glück habe ich mir nicht diese komplette Nullnummer beim Spiel Spanien-Kap Verde angetan. Beim Montagskick auf der Hebbelwiese war es deutlich unterhaltsamer: Endstand 13:10, da war richtig was los. Wenn Ihr also viele Tore sehen wollt, kommt Freitag kurz vor halb Sieben in die Hebbelarena! Wer gestern lieber beim Abendessen vor der Glotze saß, dürfte dies nach 90+ quälenden Minuten zutiefst bereut haben. Null Tore in Atlanta bedeuten auch null Punkte im Tippspiel. Niemand hatte den Ü30-Inselkickern eine Überraschung zugetraut, fast hätte es in der Nachspielzeit sogar zum Sieg gereicht. Die Spanier müssen ihr Visier neu ausrichten; zu viele Schüsse gingen direkt auf den Torwart. Zugegeben, das ging bei mir gestern genauso (daher ebenfalls 0 Tore), aber ich hatte ja zielsichere Mitspieler...

Fast wäre auch das zweite gestrige Spiel zur nächsten Tippspiel-Nullrunde geworden. Einzig Borko hatte auf ein Unentschieden gesetzt und strich dafür verdiente 4 Punkte ein. Die Belgier setzten gegen Ägypten die Reihe ihrer schon in Katar enttäuschenden WM-Spiele fort und mühten sich zu einem Remis. Das ist nicht mehr das Team der schnellen Außenstürmer und genialen Mittelfeldstrategen, das ist nur noch eine mittelmäßige  europäische Mannschaft ohne besonderen Esprit. Die Ägypter legten daher auch schnell jeden Respekt ab, konnten sich auf ihre kompakte Defensive verlassen und wirkten entschlossen bei ihren offensiven Aktionen. Es ist bezeichnend, dass erst die Einwechslung des alten Veteranen "Big Rom" Lukaku (inzwischen 33, seit 16 Jahren im Nationalteam) für offensive Gefahr durch das Team der Belgier sorgte, die von ZDF-Kommentatorin Christina Graf gefühlt 2x pro Minute als "Rote Teufel" tituliert wurden. Genauso einfallslos wie das Spiel dieser Mannschaft.

Spiele mit Anpfiff nach Mitternacht gucke ich nicht live, das überlasse ich Zeigler & Köster und den 26 anderen Magenta-Kund*innen, die sich Spiele wie Iran-Neuseeland bei Dunkelheit und mit viel Kaffee reinziehen. Doch vorher gab es ja noch Saudi-Arabien gegen Uruguay. Wieder ein Remis, aber diesmal nur dank einer herausragenden Torwartleistung des fußballerisch klar unterlegenen Außenseiter-Teams. Uruguay verzeifelte an Al-Owais' Paraden, doch nicht jeder gegnerische Torwart wird so einen Glanztag erwischen, wenn es gegen die Urus geht.  Die scheinen allemal genug Spiel- und Offensivstärke für die Finalrunde zu haben und sind vielleicht sogar wieder mal für einige Überraschungen gut. Hier habt Ihr es zuerst gelesen!

Um 3 Uhr morgens ist es sogar in Kiel noch dunkel. Wer dennoch für Iran-Neuseeland aufstand (oder aufblieb), hat zur Belohnung immerhin vier Tore gesehen, aber auch die defensiven Schwächen beider Teams. In der Zusammenfassung ist zu erkennen, dass bei vielen torgefährlichen Situationen die Stürmer bestenfalls Begleitschutz durch die zugeordneten Verteidiger erhielten, von Abwehr konnte da keine Rede sein. Dabei kommt dann eben ein 2:2 heraus. Ganz nett für die Zuschauer*innen, aber kein Ausweis fußballerischer Klasse. Interessant ist übrigens, dass das iranische Team z.Zt. immerhin Platz 23 der FIFA-Weltrangliste belegt, noch vor Österreich (24.), der Türkei (26.), den deutschen Gegnern Ecuador (28.) und Elfenbeinküste (30.), sowie dem Geheimfavoriten Norwegen (31.). Was uns diese Rangliste sagt? Offenbar fast nix.

Im Tippspiel wurden nur relativ wenige Punkte verteilt, die meisten von uns setzen wohl doch lieber auf Favoritensiege. John ist jetzt allein vorne, verfolgt von Eric, der seine Tipps verspätet abgegeben hatte und keine Punkte in den ersten beiden Spielen sammeln konnte. Zwei Tippscheine waren von mir anfangs irgendwie übersehen worden, so dass wir nun insgesamt 77 in der Tipprunde geworden sind. Chat GPT ist übrigens doch dabei. Heute abend steigt mit Frankreich gegen Senegal der nächste Topfavorit ein. 2002 war diese Begegnung das WM-Eröffnungsspiel; der Titelverteidiger versemmelte die Partie gegen die ehemalige Kolonie mit 0:1, schoss auch in den folgenden Spielen kein Tor und schied mit Spott und Schande kläglich aus - der Beginn einer seither ungebrochenen Serie des Vorrunden-Ausscheidens von als Titelträger angereisten Teams. Messi & Co.: Aufgepasst!

Einen schönen WM-Abend wünscht
Robert



- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

WM-REPORT VOM 15.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Jetzt sind auch die anderen beiden Gastgeberländer im Turnier. Den kleinen musikalisch-optischen Vergleich der Eröffnungsfeierlichkeiten gewann für mich Mexiko mit einem wunderschönen klassischen Fußballstadion, den im Wortsinn bunten Choreografien, fröhlicher Latinomusik und einem geschickt zwischen Pop und Klassik changierenden Song von Andrea Bocelli und Ejae. Platz 2 belegt Kanada mit schönen Ansprachen, besonders durch Vertreter der First Nations, und einen Gospel-Popsong von Michael Bublé und Begleitchor. Die USA: Na ja, moderne Popmusik und Hiphop halt, in moderner Architektur, die auch eine Oper beherbergen könnte. Pluspunkt: Donald war nicht da. Hat mich dennoch nicht umgehauen.

Das Freitagabendspiel von Kanada gegen Bosnien-Herzegowina offenbarte deutlich, dass wir uns bei dieser aufgeblähten WM wohl öfters mit fußballerischer Magerkost begnügen müssen. Die Balkankicker erzielten ein frühes Tor und wollten den Vorsprung dann über die Zeit bringen. Die Gastgeber betrieben dagegen einen enormen Aufwand und schlugen gefühlt etwa 400 Flanken in den gegnerischen Strafraum, wo Katic & Co. den Ball jedoch einfach rausköpften. Wenig einfallsreich von den Kanadiern, die schließlich aber doch noch zum verdienten Ausgleich kamen: Natürlich nicht durch einen Kopfball, sondern durch einen abgefälschten Schuss nach schneller Drehung von Joker Larin. Insgesamt gehobenes Zweitliganiveau, mehr nicht.

Die Amerikaner zeigten, wie man es besser macht. 65% Ballbesitz (Kanada hatte 61%) wurden in 4 Tore umgemünzt und es hätten noch erheblich mehr sein können, so zeigte es die Zusammenfassung in der Mediathek. Paraguay war von Anfang an chancenlos und der deutliche 4:1-Sieg wertet die Leistung des deutschen Teams im Testspiel vor der WM noch mal kräftig auf. In dieser Form sind die US-Boys ein klarer Kandidat für den Gruppensieg und auch fürs Viertelfinale.

Samstagabend: Katar gegen die Schweiz. Kann man kurz und einfach zusammenfassen: Effizienz gegen Chancenwucher 1:1. Mehr muss man nicht wissen. Höchstens noch, dass allein Jörg Geldmacher den Kataris ein Unentschieden zugetraut hatte. Hut ab vor so viel Expertenwissen!

Um Mitternacht deutscher Zeit folgte dann das erste nominelle Topspiel dieser WM: Brasilien gegen Marokko, oder fünffacher Weltmeister gegen den letzten WM-Vierten und amtierenden Afrika-Meister (über die Umstände des Titelgewinns decken wir den Mantel des Schweigens…). Marokko dominiert die 1. Hälfte und geht verdient in Führung, nach einem tollen Steilpass und einem schönen Heber von Saibari nach gewonnenem Laufduell gegen zwei lethargische brasilianische innenverteidiger. Die Führung hätte anschließend gut und gern ausgebaut werden können, aber Vinicius jr. zieht nach einer halben Stunde den marokkanischen Stecker und zeigt, warum er fußballerisch einer der Allerbesten ist: Schneller Haken auf links, dann nach innen und ins lange Eck abgezogen. Brasilien wird ja von Expert*innen nur als mittelstark eingeschätzt, aber gegen die starken Marokkaner war die Leistung doch nicht soooo schlecht. Ancelotti ist ein Meistertrainer; wer weiß, ob er aus dieser Truppe nicht sogar noch mehr rauskitzeln kann. Und Marokko ist ebenfalls ein klarer Kandidat für die K.o.-Runde.

Auch bei Haiti-Schottland reichte mir die Zusammenfassung im ZDF. Ein Spiel der Gegensätze: Das schottische Team wird wie immer von einer riesigen Menge sympathischer, reise- und feierfreudiger Fans begleitet, deren Trinkfestigkeit genauso legendär ist wie ihre Friedfertigkeit. No problem with the Scots, das galt schon während der EM vor zwei Jahren in Deutschland und führte zu der schlussendlich leider gescheiterten Petition, pro Jahr mindestens ein Länderspiel gegen Schottland austragen zu lassen. Fans aus Haiti durften dagegen überhaupt nicht zur WM in die USA. Rigoroses Einreiseverbot durch Trump, das hört sich erst mal unverständlich an. Andererseits gilt Haiti als Failed State und wird in Teilgebieten von Räuberbanden und Clans beherrscht. Tatsächlich hat der französische Trainer der Haitianer das Land noch nie betreten und der Stürmerstar Jean-Ricner Bellegarde (Wolverhampton) dort noch nie ein Fußballspiel bestritten. Eine ungewöhnliches Zusammentreffen also, aber mit einem erwartbaren Ergebnis. Haiti bringt erst kurz vor Schluss der Partie tatsächlich mal einen Schuss (eher wohl ein Schüsschen) aufs gegnerische Tor, Schottland siegt 1:0 und hätte höher gewinnen können, wenn da nicht diese unleidige Abschlussschwäche wäre. Doch die haben sich die schottischen Fans nach dem Spiel einfach schöngetrunken. Wie oben erwähnt: No problem!

Frühaufsteher und Spätheimkehrer sahen am Sonntag ab 6 Uhr morgens deutscher Zeit die verzweifelten Versuche der gar nicht so schlecht eingeschätzten Türken, das Abwehrbollwerk der Australier zu knacken. Doch Torwart Beach (toller Name für einen Aussie!) hat seinen Kasten mit Surfbrettern zugenagelt; die Big Waves der Türken brechen sich deutlich vor der gefährlichen Zone und mit Fernschüssen allein ist der Keeper nicht zu überwinden. Aus drei Schüssen zwei Tore zu machen, zeigt die Effizienz der Socceroos aus Down Under. Mit diesen drei Punkten aus dem ersten Spiel könnte schon ein Unentschieden gegen Paraguay für die nächste Runde reichen. Well done, mates. Keep at it! Nur Jennifer Pilates und Martin Kordowski hatten übrigens an Euch geglaubt. Die Türken müssen womöglich im letzten Gruppenspiel die Amis schlagen, um weiterzukommen. Das wird schwer. Erst mal kein Autokorso in Gaarden.

Sonntagabend dann zur besten Sendezeit um 19 Uhr das Spiel Deutschlend-Curacao. Wieviel hat die ARD dafür wohl Gianni Corruptino in dessen katarischen Geldspeicher geschoben? Egal, dadurch dürfte jede*r hier wohl das Spiel gesehen haben. Zu Beginn macht es in Houston der Fußballzwerg gar nicht schlecht (nein, nicht Lennart Karl, der ist längst zuhause in München, bei Mutti). Zum Ausgleichstreffer stellen sich mehrere wichtige Fragen: Wieso fehlte da die die defensive Abstimmung? Wieso hat Manuel Neuers Aura den Kasten nicht ausreichend abgeschirmt? Und wo blieb sein Reklamierarm? An diesen Themen hat der Bundestrainer noch zu arbeiten. Ansonsten lief das Spiel wie erwartet und erhofft. Und jetzt ist auch die allerwichtigste Frage zu dieser WM geklärt. Bisher ist die deutsche Mannschaft nämlich noch jedesmal Weltmeister geworden, wenn sie 7:1 gewonnen hat.

Wer nicht Kunde bei Magenta ist, musste am späteren Abend dann etwas tricksen, um das Spiel Niederlande-Japan sehen zu können. Per VPN aber kein Problem: In Österreich übertragen ORF1 und ServusTV alle WM-Spiele live und mit Experten-Begleitung, in diesem Fall in Person von Herbert "Schneckerl" Prohaska. Der (geringe) Aufwand lohnte sich, das Spiel gehörte zur gehobenen WM-Klasse. Am Ende war das 2:2 durchaus angemessen, denn die Japaner konnten mit großem läuferischem Aufwand und unermüdlichem Einsatz jeweils den Vorsprung von Oranje ausgleichen. Beide Teams waren stark: Die Niederländer körperlich überlegen und phasenweise mit schönem, weiträumigem Kombinationsfußball, die Japaner mit Vorteilen in engen Räumen und technisch of hohem Niveau. Beide Teams sollten es problemlos in die nächste Runde schaffen, wenn sie nicht unerwartet patzen.

Eigentlich wäre auch das Spiel der zwei kommenden deutschen Gruppengegner 2:2 ausgegangen, wenn denn die Querlatten der Tore 10 cm höher hängen würden. Es stand bis in die Nachspielzeit 2:1 nach Lattentreffern für Ecuador, mit weiteren guten Chancen für die beiden vergleichsweise spielstarken Teams. So entschied aber ein präziser Schuss mit der Innenseite von der Strafraumgrenze aus das Spiel für die Ivorer und die von einigen recht hoch eingeschätzten Ecuadorianer müssen sich große Sorgen machen. Selbst bei einem Kantersieg gegen Curacao muss für die K.o.-Runde womöglich ein Sieg gegen das deutsche Team her. Der Bundesjule wird sich bzgl. der Aufstellung dazu seine Gedanken machen...

Mitten in der deutschen Nacht stieg bei Schweden-Tunesien das erste skandinavische Team in Monterey ins Turnier ein. Konterfußball vom Feinsten bei den Nordländern und üble Schlampereien in der tunesischen Abwehr, so kann man das 5:1 zusammenfassen. Ein so hoher Sieg bedeutet für die Gelb-Blauen schon fast die Qualifikation für die nächste Runde; sie dürfen sich jetzt bloß gegen Holland und Japan nicht abschlachten lassen.

Im Tippspiel hat heute morgen John gemeinsam mit Edgar die Führung übernommen. Fast 2 Punkte pro Spiel, das ist eine gute Quote. Es gab die ersten Zusatzpunkte, wobei jedoch ausnahmslos alle Tipper*innen beim jeweils 1. Tor ihres Länderteams leer ausgingen (Gail und Diego können da aber noch punkten!). Dafür hatten viele auf Musiala als 1. Auswechslung getippt und kassierten einen Extrapunkt. Den gab es auch für diejenigen, die auf Kai Havertz als den deutschen Mann am Anstoßpunkt gesetzt hatten. Die ARD zeigte die Ausführung des Anstoßes nach dem 1:1 gar nicht live und es bedurfte etwas Aufwand, nachträglich herauszufinden, wer da am Ball war. Diese Zusatzpunkte habe ich dann jeweils erst später eingerechnet.

Heute geht es im deutschen TV einigermaßen Zuschauer*innen-freundlich zu, mit Spanien steigt der erste Topfavorit bereits um 18 Uhr gegen Kap Verde ins Turnier ein. Da Montag aber ein traditioneller Hebbelkicker-Spieltag ist, muss ich erst einmal selber dem Ball hinterherjagen und kann die Tippspieltabelle erst nach dem Duschen, also mit Anpfiff des 2. Abendspiels (Belgien-Ägypten um 21 Uhr) aktualisieren. Ich bitte um Geduld.

Einen schönen WM-Abend wünscht
Robert

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

WM-REPORT VOM 12.06.2026

Hello, Howdy und Buenas tardes!

Die Fußball-WM der Männer 2026 wurde angepfiffen, zum Glück in Ciudad de Mexico und nicht irgendwo in Trumpland. So mussten wir die Bilder von nur einer der beiden nervigen Hackfressen dieses Turniers ertragen. Schlimm genug, dass Gianni Corruptino den WM-Pokal ins Stadion trug (das machen sonst immer echte Weltmeister und nicht der FIFA-Chefbetrüger!) und anschließend dauernd auf der Tribüne sitzend eingeblendet wurde. Aber es blieb uns wenigstens der Anblick eines wie üblich langsam wegnickernden Donald erspart. Gut so. Mexiko gegen Südafrika also, prinzipiell eine ganz interessante Paarung im Eröffnungsspiel. Leider stand bei Mexiko nicht mehr der Wuschelkopf Guillermo Ochoa im Tor, also Art Garfunkels jüngerer Bruder. Aber der nun sechsfache WM-Teilnehmer wurde immerhin im Vorfeld der Partie angemessen abgefeiert. 20 Jahre im Nationalteam bei jeder WM dabei, da steht er in einer sehr kurzen Reihe mit … - na, wer weiß es? Auflösung später ;-) Optisches Highlight auf dem Spielfeld war nun also die interessante Seikuhila-Frisur von Roberto Alvarado, die könnte ich mir beim einen oder anderen Hebbelkicker so oder so ähnlich auch vorstellen. Ansonsten bot das Eröffnungsspiel nur phasenweise gute Unterhaltung. Die Bafana Bafana parkte den Mannschaftsbus im eigenen Strafraum, aber schon nach 9 Minuten fanden die Mexikaner das offene Fenster, prompt stand es 1:0. Danach verflachte die Partie, die Mexikaner mussten nicht, die Südafrikaner wollten nicht. Mehr Farbe kam in der 2. Hälfte ins Spiel: Drei Rote Karten im Eröffnungsspiel einer WM gab es wohl noch nie. Die Highlights blieben trotzdem selten, es gab deutlich hörbare Pfiffe der mexikanischen Zuschauer*innen trotz 2:0-Führung und klarer Überlegenheit beim Spiel 11 gegen 9. Viel Platz, aber auch viel lethargisches Ballgeschiebe und viel Langeweile. Und das bei diesen Ticketpreisen! Da sind die Pfiffe gerechtfertigt, auch wenn man bei einem Spiel 2300 m über dem Meeresspiegel zur Mittagszeit keine neuen Kilometerrekorde erwarten kann. Finales Urteil: Geht noch besser!

Für Südkorea-Tschechien bin ich dann nicht mitten in der Nacht aufgestanden, da muss es die Zusammenfassung in der Mediathek tun. Zum Glück gibt’s auch Clips mit mehr als nur den Toren in achtfacher Wiederholung aus sechs Kameraperspektiven, dem ZDF sei Dank. Der Sieg der Koriander war wohl hochverdient, mit einem technisch anspruchsvollen Ausgleich und einem schön herausgespielten Siegtor. Patrik Schick war in den 9 Minuten Videoclip nicht ein einziges Mal am Ball, das sagt alles über die tschechischen Offensivbemühungen. Apropos Offensive: Leo Messi und Cristiano Ronaldo werden die einzigen anderen Spieler mit sechs Turnierteilnahmen werden. Jedenfalls müssen sich die Tschechen in den restlichen zwei Spielen deutlich mehr nach vorn orientieren, sonst ist schon nach der Vorrunde Schluss. Die Ostasiaten dagegen können mit ihrem Nähmaschinenfußball (Laufen, Laufen, Laufen) und ihren technischen Fähigkeiten auch höher eingeschätzte Teams vor Probleme stellen.

In unserer Tipprunde sind wir am Ende 74 Teilnehmende geworden, das ist angesichts der ermüdend hohen Anzahl von zu tippenden Partien gar nicht so schlecht. Claude AI startet außer Konkurrenz; sein Kumpel Chat GPT hat diesmal verzichtet, so wie einige andere auch. An die Spitze gesetzt hat sich nach zwei Spielen gleich mal der Titelverteidiger; gemeinsam mit drei Kollegen hat er gestern die volle Punktzahl eingestrichen. Ganz unten dagegen sind noch vier Mitspielende ohne Punkte. Aber all das wird sich bald ändern: Bis zum Frühstück am Montag stehen 10 weitere Partien an. Bis Mitternacht bemühe ich mich um eine Aktualisierung der Punktetabelle ganz kurz nach Abpfiff. Die Ergebnisse der Spiele zur deutschen Nachtzeit pflege ich aber erst morgens zwischen 8 und 9 Uhr ein – ich bitte dafür um Verständnis.

Ein schönes erstes WM-Wochenende wünscht
Robert