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Warum Fußball?



Wozu ist der Fußball nütze? Um ein emotional volleres Leben zu haben. Um besser zu leben.
 

Gingen wir nur nach dem Nützlichen und Notwendigen, so würde es reichen zu essen, zu trinken und zu schlafen.
 

Aber dann würden wir zurück geworfen auf unseren Tierzustand. Und das kann es nicht sein.

Jorge Valdano, Fußball-Weltmeister 1986, Autor (Jg. 1955), Süddeutsche Zeitung, 30.05.2020


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Was ich über Moral und Verpflichtungen auf lange Sicht am sichersten weiß, verdanke ich dem Fußball.

Albert Camus, Schriftsteller und Philosoph (1913-1960), Literatur-Nobelpreisträger 1957, France Football, 1957


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Fußballspiele waren immer der Höhepunkt in meinem Leben. Für mich ist es ein unbeschreibliches Glück, immer noch Fußball spielen zu können. Zu rennen, gefoult zu werden, mal einen unhaltbaren Ball zu halten, mal eine hundertprozentige Chance nicht zu versenken. Es gibt nichts Schöneres.

Jürgen Todenhöfer, Politiker, Autor und Publizist (Jg. 1940), Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.12.2013


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Im Leben passieren immer wieder Sachen, die wir zunächst nicht verstehen und bei denen wir uns fragen, welcher Plan dahintersteckt. Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als zu versuchen, positiv damit umzugehen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Ich habe mir gesagt: Du gehst daran nicht kaputt. Und dabei kann der Fußball eine große Hilfe sein. Denn das ist das Schöne, wenn Du Fußballer bist, egal ob in der Kreis- oder Bundesliga: In diesen neunzig Minuten zählt bloß das Spiel, und der Kopf hat Pause. Für alle, die diesen Sport lieben, kann Fußball definitiv eine gute Therapie sein.

Fabian Klos, Fußballspieler (Arminia Bielefeld; Jg. 1987) über eine Phase in 2013/14 mit schweren sportlichen und persönlichen Schicksalsschlägen
11Freunde #222, Mai 2020



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Einige Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht.
Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist!


Bill Shankly, Manager des FC Liverpool, (1913-1981), Sunday Times, 4.10.1981


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Im wahren Leben sind Niederlagen interessanter, weil sie charakterbildend sind.

Wer siegt, hat es leicht. Wer verliert, muss sich sich selbst stellen.

Albert Camus stellte sich Sysiphos als einen glücklichen Menschen vor:


Man muss den Stein immer wieder den Berg hinaufwälzen.


Größe zu zeigen, sein Schicksal anzunehmen - das ist die Chance der Niederlage.



Uwe Timm, Schriftsteller, Heinrich-Böll-Preisträger (Jg. 1940),  11 Freunde #118, September 2011


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Die kleinen Freuden des Lebens habe ich viel zu lange missachtet. Heute passiert mir das nicht mehr. Mein wichtigster privater Termin ist inzwischen der Samstagnachmittag. Da spiele ich, wenn ich in Deutschland bin, bei jedem Wetter im Englischen Garten Fußball. Mit deutschen, kurdischen, türkischen, italienischen, iranischen, palästinensischen, ungarischen und griechischen Freunden aller Glaubensrichtungen. Trotz mehrerer Rippenbrüche, Bänderrisse und blauer Augen, die mir das in den letzten fünfzehn Jahren eingebracht hat. Selbst wichtige Auslandsreisen versuche ich so zu legen, dass ich erst Samstagabend losfliege und am Samstagmittag wieder da bin.

Jürgen Todenhöfer, Politiker, Autor und Publizist (Jg. 1940), Teile dein Glück - und du veränderst die Welt! (C. Bertelsmann-Verlag, 2010)